Review

Wegen seines bizarren Genrespagats avancierte Einer gegen das Imperium nicht nur in Deutschland, sondern auch den USA, wo im Vertrieb von Columbia Pictures die Werbetrommel mit dem amerikanischen Zugpferd Reb Brown kräftig gerührt wurde, zum schrägen Kult. Trotz der Nominierung zur Goldenen Himbeere erschien dort sogar das Soundtrackalbum. Wer außerdem bei The Ring genauer hinsieht, entdeckt im Videoregal eine Kassette mit dem amerikanischen Titel Yor, the Hunter from the Future. Eine DVD scheint es jedoch nur in Deutschland zu geben, denn hungrigen Fans ist diese Veröffentlichung sogar eine Erwähnung im ersten Absatz des englischsprachigen Wikipedia-Eintrags wert.
Es ist die kindlich-naive Freude, mit der Antonio Margheriti seine Truppe vollkommen ernsthaft gegen jedes Logikempfinden anspielen zu lassen scheint, die Einer gegen das Imperium auch vor erwachsenen Augen als unfreiwillige Komödie funktionieren läßt. Stets ist die Kamera bemüht, schöne Landschaftsmotive in den Film zu integrieren und spannende Momente einzufangen. Ist das Objektiv jedoch neugierig auf einzelne Figuren gerichtet, so wissen diese die Szene oftmals emotional nicht recht darzustellen oder staksen schlimmstenfalls wie ein Storch im Salat durchs Bild. Gerade dadurch entstehen scharfe Kontraste, bei denen der sonst tappsige Pag zum Beispiel plötzlich kopfüber am Kabel einer Fernbedienung hängend, Yor am anderen Ende eines Abgrunds in der Zentrale der Schurken wie ein Trapezkünstler in Empfang nimmt.
Dafür, daß es eine Fernsehproduktion ist, die sich im Wesentlichen an ein jüngeres Publikum zu richten scheint, welches das unglaubliche Pottpurri aus jeweils eigentlich bekannten Elementen unkritisch schlucken könnte, ist der Film immer noch relativ krude, zeigt besonders auf Seiten der Monster einiges Blut, schreckt jedoch auch nicht vor Gewalt gegen Menschen zurück. Doch andererseits gibt es auch massenhaft Kampfgehampel, bei dem sich selbst die Waffen kaum berühren und Hiebe, die offensichtlich weit am Opfer vorbei gingen, strecken dieses trotzdem nieder. Dabei bekommt die deutsche Fassung immer noch gerade so die Kurve, bevor sich Langeweile im Anflug befindet.
Nicht viel könnte dieses Kleinod der Trashabteilung, das fast wie ein Best Of des zeitgenössischen italienischen Pulp-Cinemas wirkt, noch aufwerten. Es ist ein Partyfilm, wie es Margheriti selbst gegenüber Peter Blumenstock und Christian Kessler im Interview äußerte.

Details
Ähnliche Filme