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Ratatouille (2007)

Eine Kritik von Splattavista Onkel (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 18.07.2007, seitdem 684 Mal gelesen


Hab Ratatouille gestern gesehen und fand ihn wirklich genial - für mich der bislang beste Pixar-Film, weil er sich auf die ureigensten Attribute des Animation-Films beruft - manchmal hatte ich echt schon das Gefühl, einen klasssichen Disney 2D-Film zu sehen.


Warme Farben, kräftige Texturen, unglaublich herzlich gestaltete Charaktere und ein selten gelungenes Storytelling, dass ohne klischeehaft oder aufgesetzt zu wirken einfach nur eine klassische Parabel erzählt, die emotional dazu noch so verdichtet ist, dass man sofort in die Story eintaucht und mit ihr mitfühlt - und das passiert mir im Kino echt selten.


Dabei erfindet Pixar das Rad garnicht neu. Bei der Animation nicht und bei der Story genauso wenig. Vermutlich ist es einfach die extrem gute Verknüpfung von Lebensweisheiten, mit denen jeder von uns schon mal konfrontiert wurde und bei denen man in jedem anderen Film wohl nur noch gähnen würde, weil man sie schon hundert Mal vorgekaut bekommen hat: Lebe deinen Traum. Lass dich nicht beirren. Nutze deine Freunde nicht aus. Gestehe Deine Liebe ein. Glaub an dich selbst.


"Anyone can cook." lautet der Claim, der sich durch den ganzen Film zieht.


In Ratatouille geht's also in erster Linie um's Essen. Die Freude des Geschmacks ist das Thema, dass die eigentliche Kernaussage des Films die ganze Zeit trägt. Du kannst einen Käse essen und du kannst eine Traube essen. Beide haben einen Geschmack. Aber erst durch die richtige Mischung der beiden Zutaten entsteht etwas Neues, etwas Wertvolles, Künstlerisches - etwas dass die Welt (oder zumindest die Restaurant-, sorry, Filmkritiker) bewegt.


Ratatouille serviert Essen, von dem ich längst dachte, ich sei dessen so satt. Zuviele schlechte Köche haben mir den Brei verdorben. Dabei habe ich das Gericht wohl immer schon gerne gegessen . Ratatouille serviert es nur eben einfach eine Nummer besser, ein Milligram Herzblut mehr, ein Esslöffel Kommerz weniger. Das beste Gericht.


Was dabei herauskommt erinnert an längst vergessene Zeiten, an Speisen, wie man sie noch als Kind wahrgenommen hat - pure Filmmagie eben. Pixar macht damit genau den Film, von dem ich wünschte, Disney würde sie heute noch so machen. Und wer den Film sieht wird feststellen, warum niemand - erst recht kein Filmkritiker - Ratatouille auch nur ein Haar krümmen kann. Verdammt, was ich bin ich von denen gestern raffiniert um den Finger gewickelt worden.


Herr Ober, bitte noch einmal das Ratatouille von gestern! Davon krieg ich nicht genug.


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