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Ratatouille (2007)

Eine Kritik von filmimperator (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 11.09.2007, seitdem 525 Mal gelesen


Während dem Rest von Hollywood durch die nicht enden wollende Flut von Fortsetzungen und Remakes scheinbar die Ideen ausgegangen sind, gibt es doch noch eine letzte Bastion der Originalität, die immer wieder mit frischen und einfallsreichen Stoffen zu überraschen vermag: die Pixar Studios. Ob „Toy Story", „Monster AG", „Findet Nemo" oder „Cars": immer schuf man etwas kindgerechtes, jedoch völlig Neues in atemberaubender Animations-Qualität. So auch mit „Ratatouille", wo nun eine Ratte die Hauptrolle spielt.

Es geht um den Nager Remy, der eine außergewöhnliche Fähigkeit besitzt: Er kann kochen. Ausgestattet mit einen sehr guten Geruchs- und Geschmackssinn ist er dem fressen von Müll überdrüssig. Als ihn dann ein Schicksalsschlag, bei dem er von seiner Familie getrennt wird, ins große Paris verschlägt, freundet er sich mit der Küchenhilfe Linguini an, dem Sohn von einem verstorbenen Spitzenkoch namens Gusteau, der ein Buch mit dem Titel „Jeder kann kochen" veröffentlichte. Unter der Anleitung von Remy zaubert Linguini fortan die schmackhaftesten Gerichte und steigt zum Chef der Küche auf. Doch sein Geheimnis bleibt nicht unentdeckt, Linguini verliebt sich und alsbald taucht die hungrige Sippe von Ratte Remy wieder auf...

Unnötig zu erwähnen, dass auch „Ratatouille" wieder nach allen Regeln der Kunst perfekt animiert ist und dazu auch noch so liebevoll, dass man die Charaktere trotz ihr zum Teil stark negativen Eigenschaften (erwähnt sei hier der finstere Restaurant-Kritiker Anton Ego) am liebsten knuddeln würde. Regisseur Brad Bird („Die Unglaublichen - The Incredibles") beweist wieder sehr gutes Timing, was Situationskomik und Slapstick angeht. Auch die temporeichen Kamerafahrten, in denen wir Remy durch die Kanalisation folgen, können sich sehen lassen. Dazu werden noch einige Assoziationen zu  „Das Parfüm" (Remy erinnert in seinen ausgeprägten Sinnen doch stark an Jean-Baptiste Grenouille) sowie „Pinocchio" (Linguini lässt sich von Remy durch seine Haare wie eine Marionette fernsteuern) wach und fertig ist ein beinahe perfekter Animationsfilm. Beinahe perfekt deshalb, weil die Story natürlich in absehbare Bahnen gelenkt wird und Werte wie Ehrlichkeit, Courage und das Übernehmen von Verantwortung etwas zu polemisch in den Vordergrund gestellt werden. Das tut jedoch der Sympathie und dem Charme des Films, in dem nahezu der französische Akzent in der deutschen Synchronfassung nahezu aufdringlich zum Einsatz kommt, keinen Abbruch.

Fazit: Perfekt animiertes, originelles Animationsspektakel, dass jedoch nicht ganz an die Klasse von „Findet Nemo" heranreicht. „Ratatouille" strotzt vor witzigen Einfällen und schrulligen Figuren, liefert aber auf der zweiten Inhaltsebene nur konventionelle Botschaften ab. Dennoch eine klare Empfehlung.


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