|
 |

Ansicht eines Reviews
Ratatouille (2007)
Eine Kritik von Agent_Schmecker (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 10.10.2007, seitdem 1599 Mal gelesen
DANKE PIXAR, ich hatte gedacht, dass es nach dem schon sehr guten Könige der Wellen dieses Jahr wohl keinen guten Animationsfilm mehr geben würde. Aber da habe ich mich wahrlich geschnitten, denn Pixar macht es mit Ratatouille sogar noch besser als die Kollegen von Sony Entertainment.
In Ratatouille wird die Lebensgeschichte einer Ratte erzählt, die seit jäh her eine etwas andere Lebenseinstellung hat, als ihre Familienmitglieder. Nicht essen um zu überleben, sondern essen um zu genießen, dass ist die Devise. So macht sich Remy (so heißt die Ratte) mit seinem Bruder auf in die Küche des ansässigen Bauern um dort die wahre Komposition für den Gaumen zu erstellen. Doch leider geht das unterfangen etwas schief, und so versucht die alte Bauersfrau auf rabiate Art und Weise die beiden zu verscheuchen. Dummerweise lebt die ganze Rattenfamilie im Haus und so kommt es zu einer panischen Flucht von etwa 300 Ratten. Auf der Flucht wird Remy von seiner Familie getrennt und wird durch die Kanalisation Frankreichs getrieben. Als er kurz vor seinem emotionalen Breakdown feststellt, wo er sich befindet kann er es garnicht recht glauben. In Paris, der Stadt der Liebe und der Gourmets. Hier befindet er sich im siebten Himmel und versucht sich an der "Haute Cuisine" und vergisst dabei fast, dass er eine Ratte ist.
Das Pixar weiß, wie man mit der Technik umgeht, das weiß man schon seit den sagenhaften Incredibles und dem wunderschönen Cars. Aber was die Macher bei Ratatouille erschaffen haben, ist ein wahres Feuerwerk für die Augen und Ohren. Noch nie wurde ein so realistisches Bild geschaffen, dass man die Ratten für fast echt halten könnte, noch nie wurde Fell so lebensecht gezeichnet/designed. Für die technischen Sprünge muss man die Mannen um Brad Bird einfach lieben. Wie sehr sie die Charaktere aus den Skripten in die Figuren bringen ist einfach nur einzigartig und brilliant. Selbst die härtesten Kerle werden bei dem Anblick an das süße Gesicht von Remy einen Seufzer lassen müssen, weil man ihn am liebsten knuddeln möchte und ihm alles sofort verzeihen würde weil er so knuffig ist. Zugegeben, der Menschenzeichenstil ist sehr ungewöhnlich, aber er passt für Zyniker auf jeden Fall. Jeder Charakter ist so animiert, dass er das zeigt, was ihn auszeichnet. Als bestes Beispiel ist hier wohl der Gourmet-Kritiker Anton Ego zu nennen. Er sieht aus wie der Tod und bestellt diesen auch häufig zu den Restaurants, bei denen er rezensiert hat, um so dem Laden den Gar aus zu machen. Gerade diese überspitzte Darstellung der Personen und Figuren in Ratatouille macht den Film zu einem genuss für Fans von sehr übertriebenen Charakteren. Aber nicht nur die Figuren sind wieder aller erste Sahne, auch die Umgebungen und die Hintergründe sind wahrlich wieder ein Grund zum staunen. Zwar haben mir persönlich die Weiten Steppen aus Cars noch besser gefallen, aber die kann man ja in Frankreich auch nicht wirklich zeigen ;).
Auch hat Pixar mal wieder nicht mit den wunderbaren Synchronsprechern gegeizt. Alle Figuren im Film werden von sehr professionellen Sprechern dargestellt (einzige Ausnahme ist in der deutschen Version Tim Mälzer, unser aller liebster Fernsehkoch^^, der als Koch Horst allerdings eine sehr gute Darbietung liefert). So ist einer meiner absoluten Lieblingssprecher für die Hauptrolle als Remy eingesetzt worden, nämlich Axel Malzacher, der als Jack in der Computerspielserie You don't know Jack für viele lachende Personen vor der Kiste gesorgt hat. Ich weiß nicht warum, aber ich glaube jeder Zuschauer hat ein paar Stimmen von Synchronisatoren, die ihn wirklich zufriedenstellen wenn nicht sogar zu einer Gänsehaut verhelfen. Und genau so verhält es sich mit der Stimme von Axel Malzacher bei mir. Er versprüht genau das, was den Charakter von Remy ausmacht. Er ist ein Meister seines Fachs und bekommt von mir ein ganz großes Lob für seine brilliante Arbeit. Jedoch ist nicht nur die Hauptrolle perfekt besetzt. Auch die anderen Rollen sind perfekt besetzt und fügen dem Film damit eine sehr schöne Note hinzu und werden ihn auch beim häufigeren Wiederansehen immer noch sehr schön in Erinnerung halten.
Was seit Die Unglaublichen auch schon lange bekannt ist, ist der Fakt, dass sich mit Brad Bird ein wundervoller Autor für das Drehbuch in den Reihen von Pixar befindet. Wie eben schon erwähnt sind die Charaktere zwar recht einfach gestrickt, aber sie stehen immerhin zu dem was sie sind, und sie verhalten sich auch dementsprechend. Von vies über treudoof bis hin zu einfach nur knuddelig ist einfach alles vertreten. Und ich lege mal wieder meine Hand ins Feuer dafür, dass jeder Zuschauer sich mit einem oder mehreren Charakteren identifizieren kann. Das ist eine der unlgaublichen Stärken aus den Pixarfilmen. Aber auch die Geschichte die rund um die Personen erzählt wird ist wieder einmal ein wundervolles Werk. Zwar kann man der Geschichte zwar ansehen, dass sie auch das jüngere Publikum ansprechen will, aber sie funktioniert auch sehr gut bei den etwas älteren Zuschauern. Ob es nun die unglaubliche Geschichte, dass eine Ratte zusammen mit einem sehr durchschnittlichen Kock zum Meister der Küche wird, ist oder eine Nette Romanze zwischen dem eben angesprochenen Koch und einer Kollegin. Alles wirkt wie aus einem Guss und macht sehr viel Spaß.
Bezüglich des Humors bleibt sich Pixar treu und verarbeitet die meisten Witze kindgerecht, so dass auch die kleinsten ihren Spass haben werden. Allerdings sind hier und da auch viele Andeutungen nur für etwas Ältere zu verstehen. Die Palette reicht auch dieses Mal wieder von Slapstick mit sehr trockenem Schlaghammerhumor bis hin zu den richtig netten Kleinigkeiten, die nur den etwas aufmerksameren Zuschauern auffallen (ich sage nur Schreibmaschine^^), für alle Geschmäcker ist etwas dabei. Man kann sich fast wie in einem Buffet fühlen, man nimmt sich einfach das was einem am besten Schmeckt, oder man probiert mal alles durch. Und vorallem die kleinen Häppchen sind hier sehr zu empfehlen. Jedoch habe ich auch gesehen, dass sich anscheinend hier und da Menschen verirren, die dem Mahl nicht wirklich zusagten. Jedoch ist das schon sehr schwer, denn die Qualität der Witze und Story ist eigentlich immer auf höchstem Niveau.
Einen kleinen Einschub hat auch der sehr geniale "Vorfilm" von Ratatouille, Lifted, verdient. Dieser kursiert zwar schon seit längerem im Internet oder auch als Trailer in den Kinos herum, aber er ist einfach zu geil um ihn nicht zu erwähnen. Es wird nicht ein einziges Wort gesprochen und vielleicht funktionieren gerade deshalb die Slapstickelemente so wunderbar. Also, nicht nur der Hauptfilm kann brillieren, sondern auch das Vorprogramm. Ach ja, für solche schönen Dinge kann, nein muss man Pixar lieben.
Ein wenig Romantik, eine kleine Prise Drama und eine gewaltige Portion Humor sind die Zutaten für ein Ratatouille, was sich kein Gourmet entgehen lassen sollte. Wer Fan von Pixar Filmen ist, hat sehpflicht, aber auch alle anderen, die gerne mal lachen oder sich einfach nur einen durch und durch guten Film anschauen wollen, sind bei Ratatouille sehr gut aufgehoben.
Fazit: 9/10
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von Agent_Schmecker
Zurück
 |
 |
|