Vor einigen Monaten verlor die schwangere Sarah ihren Mann, Matthieu, bei einem Autounfall. Nun, hochschwanger und unmittelbar vor der Geburt, einen Tag vor Weihnachten, befindet sie sich allein in ihrer Wohnung, als es auf einmal an der Tür klingelt. Sarah versucht durch den Türspion festzustellen, wer zu dieser Zeit um Einlass bittet. Doch es ist zu dunkel und das Gesicht der Person kommt ihr nicht bekannt vor. Als sie die Fremde bittet, sich zu identifizieren, sagt diese nur, sie müsse dringend telefonieren. Doch Sarah ist misstrauisch. Als sie feststellen muss, dass die Fremde nicht nur ihren Namen kennt, sondern auch über das Schicksal ihres Mannes Bescheid weiß, läuten die Alarmglocken. Sie ruft die Polizei. Diese trifft schon bald ein, kann jedoch nichts feststellen, verspricht aber, abends eine Streife vorbeizuschicken. Die Beamten ziehen von Dannen. Doch die irre Killerin ist schon im Haus. Eine Nacht des Wahnsinns und des Terros beginnt, wie man sie auf der Leinwand noch nie - ich betone: noch nie! - erlebt hat. Das Blutbad kann beginnen...
Was einen großen Teil der Wirkung des Films ausmacht ist sicherlich der kraftvolle, stets treibende und hämmernde Soundtrack, der zum Teil bis zu einer nervenzerreissenden, hysterischen Geräuschkulisse mutiert und den Wahnsinn, der sich auf der Leinwand zuträgt, beim Zuschauer spürbar werden lässt. Festgekrallt im Kinosessel fragt man sich, ob man heil wieder aus dem Saal kommen wird, ob es nicht sicherer wäre ein Taxi zur Bahn oder zum Auto zu nehmen und ob man sich nicht einmal öfter als sonst vergewissern sollte, ob die Tür abgeschlossen ist, wenn man nachts nach Hause kommt.
"High Tension ist wirklich der reinste Kindergarten dagegen. Klingt klischeebeladen und fiel so vielleicht schon öfter, daher wird uns das eh niemand glauben - aber es ist wirklich so!" So oder so ähnlich wurde nach diesem Film diskutiert, dieser Satz fiel immer wieder. Der Vergleich ist legitim. Man muss "High Tension" sogar einräumen, der spannendere und unterhaltsamere Film zu sein. Der bessere würde ich nicht zu behaupten wagen. Der härtere definitiv nicht. Wie bereits gesagt überschreitet "Inside" Grenzen, die sich der Otto-Normalgucker nicht mal in seinen kühnsten Träumen vorstellen könnte. Ich möchte jetzt auch nicht anfangen, auf die einzelnen Szenen einzugehen, das würde dem Film auch nicht gerecht werden. Erlebt es mit eigenen Augen, aber seid gewarnt. Ich glaube, ich werde noch einige Tage brauchen, bis sich dieses Werk auch nur ansatzweise bei mir gesetzt hat..auch wenn die Auflösung - damit meine ich nicht den Ausgang des Films, sondern die Motivation der Killerin - kein Knaller ist. Doch das stört nicht im Geringsten.
Wie man im Netz liest, sollen die Macher mit dem "Hellraiser"-Remake betraut werden. Verdient hätten sies ja. Und dem Fan braucht nicht Angst und Bange werden...oder doch?
Mit einer Bewertung tue ich mich schwer. Einerseits ist der Film auf seinem Sektor eine definitive 10/10, denn getoppt werden kann er definitiv nicht. Und falls dies doch eines Tages der Fall sein sollte, wäre glaube ich bei mir persönlich - obwohl ich einiges gewohnt bin - eine Grenze überschritten. Andererseits gibt man eher Filmen die Höchstwertung, die auch einen gewissen inhaltlichen Anspruch besitzen, das "besondere Etwas" inne haben, das einen packt und nicht mehr los lässt. Und einem Werk die Bestnote zu geben, das davon handelt, dass eine Psychopathin mithilfe einer Schere Jagd auf das Ungeborene einer Hochschwangeren macht, ist das nicht moralisch verwerflich?
Es wird genügend Leute geben, die diesen Film hassen werden, die Geister werden sich einmal mehr scheiden. Das Ende lässt einen völlig sprachlos und baff zurück...böse und hoffnungslos ist es, pseudokluge Twists oder aufgesetzte Happy Ends spart man sich. Die Spielzeit von lediglich knapp über 80 Minuten verspricht zudem einen Hochspannungstrip, der zu keiner Sekunde langweilig wird.
Wer die Gelegenheit hat, den Film auf dem Fantasy Filmfest ungeschnitten zu bewundern, sollte dies unbedingt tun, denn in Deutschland wird man "Inside" in dieser Fassung wohl nicht so schnell zu Gesicht bekommen. Eine französische DVD wurde bereits im Februar veröffentlich, verfügt jedoch über keine deutschen oder englischen Untertitel. Allerdings ist für Mitte April eine US-DVD angekündigt, die ich mir wohl dieser Tage pre-ordern werde.
Zurück zur Bewertung. Würde ich meine moralischen Grundsätze außer Acht lassen und dem Film dennoch eine Note angedeihen lassen...würde sich diese sicher zwischen 9 und 9,5/10 einpendeln. Obwohl er in seinem eigenen Genre seinesgleichen sucht und sicherlich die Höchstnote verdient hätte. Schaut euch den Film an, aber ihr werdet danach nicht mehr dieselben sein.
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