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Inside - Was sie will ist in Dir (2007)

Eine Kritik von Arminowitsch (Bewertung des Films: 1/10)
eingetragen am 03.05.2008, seitdem 6015 Mal gelesen


Mann, was soll denn dieser Schwachsinn?


Da haben doch die Franzosen vor ein paar Jahren mit "Haute Tension" eine neue Welle des ernsten Brutalo-Horrors in Europa losgetreten, die durchaus interessante Genrebeiträge hervorgebracht hat, und nun sind sie mit ihrem neuesten Film "A l'Interieur" sogleich auf dem Niveau des US torture porn (Saw, Hostel, TCM & Co) angekommen. Gratulation! Am besten gleich dicht machen.

Abzusehen wäre das allerdings für einen nicht völlig verblödeten Filmemacher schon gewesen, dass das sich ständige Überbieten an expliziter Gewaltdarstellung im Genre kein Qualitätsmaßstab ist. Im Gegenteil, es zerstört das Genre, die Kunst des Horrors. Es pornographisiert Horror. So konnte man es wunderbar bei Alexandre Aja beobachten, der nach dem Erfolg von "Haute Tension" nach Hollywood ging und in seiner Versteifung auf den Härtegrad nur noch miesen Schund produzierte. Eigentlich muss man nach dieser Entwicklung auch HT in diesem Licht betrachten. Jedenfalls griffen die Macher von "A l'Interieur" konsequenterweise ins gleiche Klo. Schaut man sich den von Anfang an vorhersehbaren Plot des Films, den klischeebeladenen, total hinkonstruierten "Handlungs"-Verlauf und das daraus resultierende völlig bescheuerte Ende an, so erkennt man die Motivation der Macher: Sie wollen sich behaupten, wollen zeigen, dass die Franzosen auch mindestens genauso hart und blutig sein können, wie die Amis mit ihren Folterpornos. Und damit es noch brutaler und schockierender rüberkommt, wird halt eine schwangere Frau gequält und aufgeschnitten.
Diese primitive Haltung ist nicht nur fragwürdig und verachtenswert, sie bringt den Horrorfilm auch leider immer weiter davon ab, ein ernstzunehmendes Genre gleichauf mit den anderen zu sein und spielt genau denjenigen Moralaposteln in die Hände, die am liebsten solche Filme verbannen würden.

Filmisch bietet "A l'Interieur" nichts neues oder besonderes. Er ist routiniert inszeniert, hält sich reduziert in Rollen und Locations, wobei das Plotkonstrukt immer dafür sorgt, dass regelmäßig ein paar Figuren eingebaut werden um den Zuschauer mit expliziten Tötungen bei Laune zu halten. Der Sinn des ganzen ist nicht mehr als ein Suhlen in Rache- und Gewaltfantasien. Mal abgesehen davon, dass man damit höchstens ein paar 16-jährige Jungs (oder entsprechend zurückgebliebene ältere Jungs) beeindrucken kann, ist es vor allem stinklangweilig. Es spielt überhaupt keine Rolle mehr, dass Menschen getötet werden, es geht lediglich mehr darum, wie das in Szene gesetzt ist. Sowas sieht man sich entweder gerne an, weil einem der Thrill des Ekels gefällt, oder, als sogenannter "gorehound", weil einem die Vorstellung gefällt, dass sich andere ekeln und schockieren. Naja, da kann man sich im Prinzip auch frisch benutztes Klopapier vor die Nase halten.

Halten wir also fest: Der Film ist ein einziges Ärgernis. Das einzige, was hängenbleibt, ist Béatrice Dalles Gebiss. Die Gewaltdarstellung mag widerlich sein, schockierend ist sie jedoch ebensowenig wie ein steifer Pimmel in einem Porno.


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