|
 |

Ansicht eines Reviews
Inside - Was sie will ist in Dir (2007)
Eine Kritik von GhostShit (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 07.06.2008, seitdem 1294 Mal gelesen
Eine Autokollision. Sarah wacht auf. Sie ist immer noch angeschnallt. Der Scheibenwischer knallt rhythmisch gegen die zerdepperte Windschutzscheibe. Ein Blutfaden rinnt ihr aus dem Mundwinkel. Sie blickt zu ihrem Mann auf den Beifahrersitz. Er ist tot. Sie blickt nach unten auf ihren schwangeren Bauch.
Monate verstreichen und Sarah steht am Tag vor Heiligabend unmittelbar vor der Niederkunft. Die letzte Nacht, bevor sie im Krankenhaus aufgenommen wird, möchte Sarah in Abgeschiedenheit in ihrem Haus verbringen, um in Erinnerungen an bessere Zeiten zu schwelgen und sich emotional auf ein Dasein als allein erziehende Mutter vorzubereiten.
Dann klingelt es an der Tür. Eine unbekannte Frau, die um Hilfe bittet und die Bewohnerin des Hauses in- und auswendig zu kennen scheint. Sarah macht ihr nicht auf, sondern ruft die Polizei. Diese erklärt, die Frau sei wieder abgezogen. Doch die Unbekannte verschafft sich, als Sarah schläft, unbemerkt Eintritt und ein halsbrecherisches Katz- und Mausspiel auf Leben und Tod beginnt…
Ohne großartig Vorinformationen einzuholen hab ich mich auf den französischen INSIDE eingelassen und wurde fast von den Socken gerockt. Was dieser Streifen von Sekunde 1 ab an atmosphärischer Dichte und auswegloser Dunkelheit aufbaut, stellt wahrlich einiges in den Schatten. Dabei bläut bereits das Intro, in dem die Credits immer wieder von Wogen geronnenen Blutes untermalt werden, ein: es wird hart, es wird blutig und es gibt kein Entkommen.
Ihr denkt jetzt wahrscheinlich: „Katz- und Mausspiele, 'n unbekannter Killer ohne ersichtliches Motiv und Morde im Stich- und Schnittbereich – so was gab’s doch schon zigtausend Mal!?“
Will ich jetzt gar nicht widersprechen. So was gab’s wirklich schon oft. In dieser Form allerdings nicht. Zumal INSIDE auch alles andere als ein tumber Slasher ist, sondern halt einfach ein Horrorthriller, nahtlos spannend und kompromisslos düster. Und so eine triste Grundstimmung wie hier gelingt sicherlich nicht jedem Killerfilmchen.
Da ständig unerwarteter Besuch ins Haus schneit, gibt’s für die Unbekannte glücklicherweise immer gut was zu tun, so dass hier Splatter-technisch auch so einiges geht. Es gibt u.a. eine Stricknadel ins Auge, eine Schere in den Kopf und einen missglückten Luftröhrenschnitt. Was sich jetzt vielleicht gar nicht so krass anhören mag, doch es sei versprochen: am Ende des Film ist das ganze Haus von oben bis unten mit Blut besudelt. Und wenn bei Sarah als hochschwangerem Opfer, das sich eh nicht so richtig wehren kann, Gewalt ausgeübt wird, wirkt das freilich noch ein ganzes Eck fieser.
Bei der Killerin an sich handelt es sich eigentlich um eine ziemlich zierliche Gestalt, doch versprüht sie selbst ohne Maske und Machete eine Diabolik, von der sich jeder Michael Myers eine Scheibe abschneiden könnte.
Klar kann wieder bis zum Schluss spekuliert werden, was wohl die Motive der Unbekannten sein könnten:
1.) Ist sie eine Stalkerin oder einfach ein entlaufener Psycho?
2.) Ist sie ein auf Rache getrimmtes Familienmitglied eines Unfallopfers?
3.) Ist sie ein Geist?
4.) Ist mal wieder alles nur Einbildung und der ganze Film ist nur ein Traum des ungeborenen Babys?
Dass die Auflösung am Schluss dann gar nicht so übermäßig tricky ausfällt, kann man INSIDE aber irgendwie gar nicht negativ anrechnen, denn…
***ACHTUNG: SPOILER***
…wär’ doch blöd gewesen, wenn schon wieder alles auf Schizophrenie, verbildlichte Wahnvorstellungen oder sonstige Hirngespinste hinauslaufen würde, oder!?
***SPOILER ENDE***
Spannung:
(+)(+)(+)(+)(-)
Humor:
(-)(-)(-)(-)(-) – einfach nur bitterböse und todernst
Brutal:
(+)(+)(+)(+)(-)
Fazit:
Zappendusteres, zackig erzähltes Kammerspiel des Todes mit blankem Terror angereichert… und – ja, ich trau’ mich diesen Vergleich zu ziehen!!! – in einer Liga mit „Descent“ und „High Tension“.
Klar nicht die Erfindung der Glühbirne und ganz klar im Schatten eben dieser beiden Horrorhits, aber stolzer A-Klasse-Horror, der jeden anständige Genrefan, der sowohl auf Blut, als auch auf Spannung steht, auf seine Kosten kommen lassen dürfe.
PS: Das Regieduo Bustillo und Maury wurde übrigens jüngst mit der Neuverfilmung von Clive Barkers „Hellraiser“ betraut – man darf gespannt sein…
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von GhostShit
Zurück
 |
 |
|