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Vielleicht, vielleicht auch nicht (2008)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 28.03.2009, seitdem 466 Mal gelesen
Kinder sind ja von Natur aus neugierig, wollen mehr über das Vorleben ihrer Eltern erfahren – warum daraus keine Rahmenhandlung für einen Film stricken?
Vor einer solchen Situation steht Papa Will Hayes (Ryan Reynolds) als er seine Tochter Maya (Abigail Breslin) von der Schule abholt. Will lebt frisch in Scheidung, teilt sich das Sorgerecht und sieht seine Tochter kurz nach dem ersten Sexualkundeunterricht an der Schule. Denn das Wo-komme-ich-eigentlich-her-Gefrage verbindet sich natürlich mit der Frage woher er denn Mayas Mutter kennt. Im Folgenden dient dieser kleine Rahmen dann immer wieder als netter, auflockernder Kommentar zum Geschehen.
Also erzählt Will von der Zeit in der er als Wahlhelfer von seiner kleinen Heimatstadt nach New York umsiedelte, um Bill Clintons Kampagne zu unterstützen. Dabei kreuzen drei Frauen immer wieder seinen Weg...
Da Will die Namen in der Geschichte ändert, ist der Zuschauer ähnlich wie Maya dazu angehalten zu raten, welche denn nun die Richtige für ihn ist – und ob sie dann auch kongruent mit Mayas Mutter ist. Immer wieder schlägt die Geschichte kleine Wendungen ein, um gegen Ende dann noch mal zu überraschen, wenn ein Zoobesuch einige der offenen Fragen klärt. Amüsant sind auch die Verstrickungen mit der US-Politik, die Ära Clinton steht immer wieder im Hintergrund des Geschehens und natürlich darf auch der obligatorische Seitenhieb gen George W. Bush nicht fehlen.
Um es gleich zu sagen: Das Genre der Romantic Comedy hebt „Definitely, Maybe“ dabei nicht aus den Angeln, man könnte das Ganze bei böswilliger Betrachtung auch als Kitsch abtun. Aber damit würde man der Wärme und der Sympathie unrecht tun, mit der „Definitely, Maybe“ seine Hauptfiguren betrachtet. Alle Charaktere sind durchaus ambivalent gezeichnet, auch Will nicht frei von Fehlern. Besonders ausschlaggebend ist die Balance aber bei den drei Frauenfiguren: Wills Collegefreundin Emily (Elizabeth Banks), der Akademikerin Summer (Rachel Weisz) und seiner Kollegin April (Isla Fisher). Denn jede der drei hat ihre Schwächen, ist aber auch potentielle Ehefrau. Weniger ambivalent ist dann das Ende, bei dem sich Will mit seiner großen Liebe aussöhnt, denn das gibt es mit Extra-Zuckerwatte.
Doch der Weg zum Happy End ist das Ziel und den beschreitet „Definitely, Maybe“ relativ zielsicher. Der Humor ist flott und charmant, gerade der Wortwitz in Kabbeleien der Hauptfiguren überzeugt, man denke an den geprobten Heiratsantrag oder die kleineren Streitereien des Vater-Tochter-Duos. Für die Romantik-Fraktion gibt es auch diverse schöne, aber nicht zu sehr auf die Tränendrüse drückende Momente, z.B. das schwere Geständnis bei der „Jane Eyre“-Übergabe.
Eine echte Überraschung ist Ryan Reynolds in der Hauptrolle, der den jungen Vater überraschend souverän spielt und bereits in der großartigen Anfangssequenz den Zuschauer auf seine Seite zieht. Abigail Breslin erweist sich mal wieder als tolle Nachwuchsdarstellerin und auch das Frauentrio kann sich mit Reynolds messen. Rachel Weisz gibt die eigensinnige Intellektuelle mit der lockeren Zunge, Elizabeth Banks die vernünftig denke Jugendliebe. Isla Fisher, die am wenigsten bekannte aus dem Trio, hält als impulsive April dagegen und braucht sich vor ihren Kolleginnen nicht zu verstecken.
Man muss sich schon mit Kinomärchen anfreunden können, doch „Definitely, Maybe“ ist ein schönes Exemplar dieser Gattung. Nicht besonders innovativ, gelegentlich etwas kitschig, aber gleichzeitig sehr charmant, witzig und romantisch – für den gemütlichen Abend zu zweit genau das richtige.
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