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Videodrome (1983)
Eine Kritik von Logge1002 (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 17.03.2011, seitdem 677 Mal gelesen
Videodrome, ein Video das zu dem extremsten gehört was Max je gesehen hat, doch ist es ist “nur” ein Video, oder doch mehr???
Max Renn ist der Chef von Channel 83, einem Filmsender der sich auf “spezielle” Filme spezialisiert hat. Von Softcore Erotik, bis zu Hardcore Gewalt Filmen zeigt Channel 83 seinen Zuschauern all das was sie sonst nirgendwo zu sehen bekommen. Max ist stets auf der Suche nach neuen außergewöhnlichen Filmen. Und eines Tages bekommt er etwas ganz besonderes zu sehen: Videodrome. Ein Folterfilm, der fast schon zu real zu sein scheint. Der Film fasziniert ihn, aber nicht nur ihn auch die Radiomoderatorin Niki verfällt dem Bann von Videodrome. Max versucht eine legale Kopie von dem Film zu ergattern, um diesen auf seinem Sender senden zu können, doch bei der Suche nach den Verantwortlichen findet Max mehr als er sich erhofft hatte.
David Cronenberg ist für viele ein sehr spezieller Regisseur und das nicht zu unrecht. Mit Shivers und Rabid konnte er bereits einige Erfolge verzeichnen und mit Scanners schaffte er dann bei vielen Horrorfans seinen Durchbruch. Mit Videodrome sollte er dann aber für viele sein bestes Werk abliefern. 1 Jahr nach Scanners wurde dieser Film veröffentlich und er weiß auf ganzer Linie zu begeistern. Zunächst einmal haben wir hier wieder die typische Thematik des Body-Horrors für welche Cronenberg bekannt ist. Der Körper und auch der Geist von Max machen eine Verwandlung durch und er wird oft zu einem Spielball der verschiedenen Seiten. Man weiß oft nicht, ob das was gerade passiert wirklich wahr ist oder ob Max nur halluziniert. Das Ganze ist aber stets sehr einfallsreich umgesetzt und weiß den Zuschauer vor den Fernsehr zu fesseln, man kann richtig mit Max und seiner Faszination für den merkwürdigen Film mit fiebern. Für viele Horrorfilmgegner ist dieser Film bestimmt ein Beispiel, wie verrückt man durch den Konsum von solchen Filmen werden kann, doch das Ganze ist eher als Satire über dieses Thema gedacht.
Die Schauspieler, allen voran James Woods und Deborah Harry, machen einen tadellosen Job und können einen wirklich in die Geschichte ziehen. Das Ganze was Max durchmacht ist fast zu real, als das man daran zweifeln kann, dass dies nur eine Geschichte ist. Die Musik ist relativ zurück haltend, weiß aber zu überzeugen und ünterstützt die Verwandlung von Max wunderbar. Die Effekte sind sicherlich eines der besten Punkte in diesem Cronenberg Film. In Shivers und Rabid haben sich die Effekte ja eher zurück gehalten, in Scanners waren sie schon besser und in Videodrome waren sie dann wirklich klasse und wirkten zu keinem Zeitpunkt selbstzweckhaft oder schlecht platziert. Viele Leute werden mit diesem Film, wie wahrscheinlich auch mit den anderen Cronenberg Filmen eher wenig anfangen können, da er wenig erklärt und einen am Schluss etwas stehen lässt, aber genau das macht auch einen gewissen Reiz aus, den nicht viele Filme bieten.
Zur DVD möchte ich noch kurz etwas sagen. Ich habe das Bootleg von Midnight Movies gekauft, da es die einzige deutschsprächige Director’s Cut Fassung ist. Man muss zunächst mal sagen, dass die Jungs hinter Midnight Movies hier einen sehr guten Job abgeliefert haben, da die Bildqualität grandios ist und sich sicherlich mit der Criterion Edition messen lassen kann. Zudem ist der Ton sehr gut (habe nur den englischen Ton gesehen/gehört), einige Extras besitzt sie auch, allerdings halten diese sich mit Trailern und einem kurzen Making Of eher zurück. Man kann aber sagen, dass die DVD von Midnight Movies eine gute Alternative zur Criterion Edition ist und zudem relativ preiswert zu haben ist (habe meine neu für 7,50 € gekauft).
Fazit: Ein grandioser Body-Horror Film, der wohl zu dem besten zählt was uns Herr Cronenberg je beschert hat.
“Long live the new Flesh”
10/10 Punkte
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