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Snake, The (2006)

Eine Kritik von Jared Kimberlain (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 16.03.2010, seitdem 245 Mal gelesen


The Snake – Le Serpent 
Der in Deutschland eigentlich völlig unbekannte Regisseur Eric Barbier verfilmte den englischen Roman „Plender“ von Ted Lewis, der schon mit seinem Buch „Jack rechnet ab“ die Vorlage zu dem gleichnamigen Thriller (1971) mit Michael Caine in der Hauptrolle lieferte.Die grundlegende Story um den soliden, unscheinbaren aber erfolgreichen Modephotograph Vincent fängt völlig unverfänglich in Paris an, wo Vincent mit seiner Frau über eine Scheidung und den Verbleib der Kinder verhandelt. Schlagartig wird sein Leben durcheinander gebracht, als ein neues Model ihn der Vergewaltigung beschuldigt. Bei einem Treffen kommt das Mädchen zu Tode und Vincent scheint tatverdächtig. Doch ein seit Jahren nicht mehr gesehener Schulkamerad tritt plötzlich helfend zur Seite und läßt das Mädchen verschwinden.Zu spät merkt unserer Photograph, dass sein Kumpel „Plender“ eine gigantische Intrige um ihn gesponnen hat, die nicht nur seine Familie und sein Ansehen, sondern auch sein Leben bedroht. Ein tragisches Kapitel seiner Kindheit fordert seinen Tribut...Der eindeutig als „Film noir“ Thriller angelegte Beitrag wird diesem Genre mehr als gerecht. Durch einen stringenten Aufbau und dem nach und nach weiter eingestreuten Details wird ein komplexes Konstrukt geschaffen, dass immer wieder zu überraschen weiß und den Hauptakteur in eine immer aussichtslosere Situation führt, die der Zuschauer nur allzu gut nachvollziehen kann. Daneben steht mit „Blender“ ein völlig rational handelnder Irrer, der kompromisslos und trocken seine facettenreiche Rache geplant hat und sie dann wie ein Uhrwerk Schritt für Schritt umsetzt.Daraus entsteht ein überdurchschnittlicher Vertreter dieses Bereiches, der zusätzlich noch durch seine exzellente Besetzung auffällt. Yvan Attal (Anthony Zimmer, München) bringt so viel Persönlichkeit in die Rolle des Vincent, dass der Zuschauer auf der Stelle für ihn Partei ergreift und mit ihm durch den Film reist. Dabei ist er unglaublich authentisch, seine Handlungen erscheinen zum größten Teil als die absolut normale Handlung auf das Geschehen.Dagegen ist in der Rolle des „Blender“ mit Clovis Cornillac (Sky Fighters) das genaue Pendant gefunden worden. Dieser Charakter ist auf der Stelle unglaublich unsympathisch und verkörpert eine richtig böse Präsenz, die den Zuschauer gleichermaßen abschreckt wie fasziniert.Auffällig ist auch noch Olga Kurylenko, die man ja hier seit „James Bond – Ein Quantum Trost“ kennt. In der Rolle des Models, die ebenfalls ein Bestandteil der Intrige ist, glänzt sie als Verführerin und unschuldiges Mädchen gleichermaßen und spielt eindrucksvoll in der Riege der eigentlichen Hauptdarsteller mit.Eigentlich hat man mit ganz kleinen Abstrichen alles richtig gemacht und einen nicht nur sehenswerten, sondern durchaus nachhaltig beeindruckenden Film geschaffen, der nicht nur Freunden dieses Bereiches eine echte Freude machen sollte.


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