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Folterfilme sind nun schon seit einer ganzen Weile wieder "In"! Als "Saw" und "Hostel" die Kinos unsicher- und den harten Horror Mainstreamtauglich machten, wusste noch niemand, dass der ultraharte Horror, der vor allem in den 70ern und 80ern über die Leinwände lief, wirklich noch einmal so populär werden würde. Doch es ist so. Erkennbar in Deutschland vor allem auch daran, dass FSK und BPJM so aktiv sind wie schon lange nicht mehr. Aber nicht jeder Film dieses Genre schafft es ins Kino und auch nicht jeder muss unter den strengen Augen der FSK leiden. So auch "WAZ" der es ungekürzt zwar zu einer FSK-Freigabe geschafft hat, nicht jedoch zu einer Kinoaufführung und das trotz einiger bekannter Gesichter. Nach Ansicht des Ganzen wird einem aber auch klar, woran es liegt: "WAZ" ist ein ganz lahmer Film des Genres!

Dabei klingt die Story zu "WAZ" erst einmal gar nicht so schlecht: Mysteriöse Morde halten einen Detective schwer auf Trab. Es sieht zuerst wie Doppelselbstmorde aus, doch schon bald wird das Grauen bekannt: Ein Psychopath fordert Liebespaare auf, ihren ultimativen Liebesbeweis zu zeigen, in dem sie entweder ihren Partner selbst töten oder sich für diesen aufopfern und selbst getötet werden. Dabei ist immer einer grausam gefoltert worden und der Andere wurde durch Stromstöße getötet. Langsam kommt der Detective, zusammen mit seiner Kollegin, dem Mörder auf die Schliche, doch die Wahrheit ist, mal wieder, grausamer als man denken könnte... Gut, nach sonderlichen Innovationen mag das Ganze nicht klingen, aber einen Psychopathen, der Liebespaare aufsucht, damit sie sich selbst gegenseitig umbringen bzw. aufopfern, dass hat schon etwas. Leider aber bleibt das Ganze nur an der Oberfläche interessant, im Inneren gibt es, wie so oft, viele Plotlöcher, Längen und schwachsinnige Ideen, so das das Skript im Endeffekt doch nur eines unter vielen bleibt. Das anfängliche Potenzial ist jedenfalls sehr schnell aufgebraucht.

Aber nun hat es das Horror-Genre ja so auf sich, auch die blödsinnigsten Geschichten durchaus unterhaltsam wiedergeben zu können, wenn zumindest das Drumherum stimmt. Aber auch in dieser Richtung macht "WAZ" so ziemlich alles verkehrt, was es verkehrt machen kann. Zu keinem Zeitpunkt kommt auch nur ein Fünkchen Spannung oder Atmosphäre auf, von einer gewissen Action ganz zu schweigen. Von Anfang an geht es sehr ruhig bei "WAZ" zu, größtenteils sogar zu ruhig, für einen Film dieser Art. Hauptsächlich besteht der Streifen aus vielen Dialogfrasen, die aber teilweise so gar nicht zu einander passen mögen oder auch nur in irgend einer Art und Weise die Geschichte vorantreiben. Ja, man hat sogar öfters das Gefühl, dass den Drehbuchmachern schon nach 5 Minuten die Ideen komplett abhanden gekommen sind und sie deshalb den Film durch unendlich viel Gelaber füllen müssten. Zwischendurch gibt es zwar ein paar blutige Frames, aber ansonsten sollte man sich wirklich auf einen sehr ruhigen und (unnütz) Dialoglastigen Film gefasst machen.

Allerdings fehlt es dem Ganzen nicht nur an Spannung und Atmosphäre, auch in Sachen Blut & Gore herrscht hier absoluter Stillstand und der großtönende Werbespruch "Welche Qualen erträgst Du" wird zum lauen Lüftchen. Wenn es schon keine wirkliche Spannung zu verzeichnen gibt, so könnte sich so ein Werk wenigstens in dieser Hinsicht ein wenig aufbauen, selbst wenn unterm Strich immer noch kein wirklich guter Streifen dabei rauskommen muss. Aber hier muss man eben doch fast bis zum Schluss warten, bevor es dann doch noch einmal ein wenig in die vollen geht. Ansonsten aber wird es fast nur Frameweise mal ein wenig blutig, so dass also auch die Folter- und Splatterkiddies keinen sonderlichen Spaß haben dürften und somit vom Atmosphäre-Geek, über den "Horror-im-Kopf"-Fan, bis zum Gore-Freak eigentlich niemand befriedigend bedient wird.

Und dabei kann "WAZ" sogar mit einer, für Genre, doch recht erstaunlichen Riege von Darstellern aufwarten, die ihre Sache allesamt auch sehr gut machen. Vor allem Hauptdarsteller Stellan Skarsgård ist als zwielichtiger Detective gut drauf und beweist im Showdown sogar ziemlichen Mut, wenn er sich vom Psychopathen splitternackt foltern lässt, auch wenn dies kein schöner Anblick ist und ein Darsteller seiner Klasse das eigentlich auch nicht nötig hat. Aber seine Rolle füllt er doch ziemlich prima aus. Das Gleiche gilt für Selma Blair, die einmal mehr ziemlich finster drauf ist, genauso wie es ihr Charakter verlangt. Und auch Melissa George macht eine soweit gute Figur.

Fazit: Gähnend langweilliger Vertreter, der momentan so aufgedrehten Folterwelle, der aber leider in keinster Weise überzeugen kann. Die Story sieht nur auf der Oberfläche nett aus, ansonsten ist sie vollgepackt mit alle dem was das Genre teilweise so negativ an sich hat. Fröstelige Feinheiten wie Spannung und Atmosphäre gibt es kaum auszumachen und wer wenigstens in Sachen Gore etwas mehr erwartet, der wird ebenfalls enttäuscht. Alles in allem ist "WAZ" eine ziemliche Nullnummer, die einzig und allein durch ihre Darsteller noch ein wenig an Boden gut machen kann. Ansonsten darf man den Streifen gerne in den Videothekenregalen verstauben lassen.

Wertung: 3/10 Punkte

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