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Tödliche Versprechen (2007)

Eine Kritik von Kiste (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 02.02.2012, seitdem 76 Mal gelesen


Ein schwangeres, russisches Mädchen wird ins Spital eingeliefert. Die Hebamme Anna und ihr Team können das Kind retten, nicht aber die Mutter. Bei der Toten findet Anna ein mysteriöses Tagebuch. Dort findet sie eine Visitenkarte eines russischen Restaurants und macht sich auf den Weg dorthin. Der dortige Betreiber Semyon will die russische Schwangere nicht gekannt haben, ist aber sehr daran interessiert, das Tagebuch zu übersetzen. Zu spät merkt Anna, dass sie sich nun der russischen Mafia ausgeliefert hat.
Das David Cronenberg keine normalen, eingängigen Filme macht hat er ja schon oft genug bewiesen und auch Eastern Promises ist nicht so einfach in Schubladen zu packen. Meist ein Drama mit häufig melancholischer Musik und ruhigen Tönen, zwischendurch dann aber immer wieder blutige Kehlenschnitte, abtrennen von Körperteilen die eine Identifikation ermöglichen würden und eine sehr gute, spannungsgeladene Kampfszene in einem Badehaus, die Horror- und Splatterfans gefallen würden und wer immer schonmal Viggo "Aragorn" Mortensen komplett im Naturdarm sehen wollte, ist hier im richtigen Film. Das ständige Geschwanke von Rührseligkeiten seitens der Krankenschwester und Skrupellosigkeit der russischen Mafia ist so ein wenig störend auf Dauer.
Ansonsten bietet Eastern Promises Professionalität auf allen Ebenen und wurde zurecht Oscar nominiert. Für 25 Mios Budget konnte man das gute Drehbuch anständig umsetzen und sich einen prominenten Cast an Land ziehen, der sich auch toll in den jeweiligen Rollen einfügt. Besonders Mortensen und Müller-Stahl hauchen ihren Figuren sehr viel Leben ein, wobei ich beinahe Mitleid mit einigen Darstellern hatte, denn allein um jedesmal die vielen Tattoos, die die Lebensgeschichte des jeweiligen bebildern, dürften eine lange Zeit vor Dreh in der Maske beansprucht haben.
Die Geschichte wird soweit es die ruhige Erzählstruktur recht spannend wiedergegeben, deswegen ist es eigentlich fast schade das sie so abrupt endet. Wo jeder andere Regisseur die Abrechnung mit dem bösen Russenpaten als Showdown erzählt hätte, hört Cronenberg genau vor diesem Zeitpunkt einfach auf, die weiteren Handlungen darf sich jeder Zuschauer selber ausmalen. Tödliche Versprechen ist insgesamt ein wirklich intelligenter Film, der aber nicht jedermanns Sache sein dürfte, vom neutralen Standpunkt her ein Top Film, für mich persönlich eher gut mit Einschränkungen.
7/10


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