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Robin Hood - König der Diebe (1991)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 22.01.2006, seitdem 615 Mal gelesen


Hollywood verfilmt historischen Stoff – das war schon 1991 eine alte Kiste, als es den urbritischen Mythos von Robin Hood erwischte, der mit großem Tamtam in die Lichtspielhäuser kam. Nicht wenige zählen „Robin Hood – König der Diebe“ zu ihren absoluten Favoriten, wenn es um anspruchslose Unterhaltung geht, für mich ist das aus heutiger Sicht leider viel zu durchkalkuliert.

Wohin man auch schaut, hier herrscht Massenkompatibilität, soweit das Auge reicht: Kevin Costner, nach „Der mit dem Wolf tanzt“ auf dem Höhepunkt seines Ruhmes, verkörpert einen Volksheld, der den Reichen nimmt und den Armen gibt. Garniert mit einem beachtlich namhaften Aufgebot an Nebendarstellern, von denen dem Publikum einfach einer gefallen muss, ist am Ende trotz widrigster Umstände der größtmöglichste Konsens für alle Beteiligten erreicht (den Sheriff von Nottingham natürlich ausgeschlossen) und der Konsument geht zufrieden nach Hause bzw. ins Bett. Sollte zufrieden gehen. Mühe hat man sich dabei ja auch redlich gegeben, denn neben den eben angesprochenen Punkten ist das Drehbuch auch noch so locker geschrieben, dass selbst die ernsten Zeitumstände, welche die Protagonisten umgeben, noch zum Schmunzeln sind.

Warum das auf mich keine Wirkung hat? Keine Ahnung, normalerweise bin ich gut gemachter Popcornunterhaltung keineswegs abgeneigt, aber zu „Robin Hood“ konnte ich zu keinem Zeitpunkt irgendeine Beziehung aufbauen. Vielleicht fehlt mir einfach das gewisse Quäntchen bedrohlicher Atmosphäre, die den Film zu Beginn in Jerusalem noch umgibt und die das finstere Mittelalter passender einfängt als der Rest in England. Der stets ironische Unterton wirkt auf mich da eher unpassend, denn so wirkt das phasenweise wie eine Parodie auf sich selbst, wenn man auch zugeben muss, dass es Alan Rickman mit der Darstellung des Sheriffs von Nottingham dermaßen übertreibt, dass es schon wieder Spaß macht.

Ansonsten ist das alles sehr auf Blockbuster getrimmt und hübsch durchkalkuliert, bis hin zum obligatorischen Number-1-Hit (Bryan Adams – „Everything i do…“), den letztendlich auch jedes Kind kennt. Nein, überraschend ist hier mit Sicherheit nichts, nimmt man Sean Connerys Cameo mal aus, dafür können sich alle freuen, denen ein Produkt aus dem Kochbuch für vorhersehbare Kassenschlager nichts ausmacht. Nichts gegen Popcorn-Unterhaltung, aber das hier ist irgendwie völlig an mir vorbei gelaufen.


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