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Kids (1995)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 15.10.2001, seitdem 2100 Mal gelesen


Jugenddrama, dass unter die Haut geht.

Story:
Der Film dreht sich um zwei Teenager, die miteinander Sex gehabt haben. Jennie erfährt das sie HIV positiv ist. Sie hatte bisher nur mit Tally Sex. Dessen Hobby ist es Jungfrauen zu „knacken“. Ohne Perspektiven und am Boden zerstört läuft sie nun durch die amerikanische Grossstadt von Party zu Party, um Telly zu finden und ihm die furchtbare Wahrheit mitzuteilen. Der säuft, kifft und vögelt sich indessen von Party zu Party und klaut seinen Eltern das Geld für seinen Lebensstil...
Selten war ein Film so ehrlich und drückend realistisch. Die Story wirkt auch nach dem x-ten mal Ansehen nicht langweilig. Im Film sind Höhen und Tiefen der Darsteller verankert. Depressionen wechseln sich mit grenzenlosen Partys voller Drogen ab. Der Einstieg in den Film ist schon ein echter Knaller, genauso wie das verstörende Ende. Ein Jugenddrama im Stil eines Dokumentarfilms ohne Längen...

Musik:
Auffällig in Kids ist eigentlich nur die Partymucke. Eine übertrieben schmückende Musikuntermalung dieses Films wäre auch nur störend, da sie den Dokumentarstil und Realismus zerstören würde.

Atmosphäre:
Am Anfang kann man sich ein fieses Grinsen nicht vergleichen, als sich Telly mit seinem Kumpel über seine neuste Eroberung unterhält und dann in die Kifferbude zieht. Doch spätestens, wenn man sieht wie Jennie sich so sorgenlos zum Thema Verhütung bekennt und dann erfährt das sie HIV positiv ist, ist es mit dem Spass vorbei und der Film entfesselt eine unglaublich realistisches Drama, dem sich niemand entziehen kann. Es wird einem klar, das diese Jugendlichen nichts haben, für das es sich zu Leben lohnt. Ihre Familien sind kaputt bzw sie sind ausgestossen. Ihre Zukunft und ihre Perspektiven sind düster, sie sind verlorene Seelen in einer Grossstadt. Bei der letzten Party und der anschliessenden willenlosen Vergewaltigung Jennies sitzt man nur noch mit offenen Augen da. Wahrlich verstörend und ganz sicher nicht für eine Horde Pubertierender zum Schmunzeln gedacht. Äußerst gelungen ist übrigens die deutsche Syncro, ohne die der Film wohl nur die Hälfte wert gewesen wäre. Zwar geht der Ghettoslang des Originals verloren, doch hat man nicht versucht ihn sinngemäß zu übersetzen, sondern hat einen eigenen Stil kreiert der ebenso passend ist.

Schauspieler:
Ein großes Lob an alle Darsteller dieses Films. Obwohl Laiendarsteller, spielen sie ihre Rollen wie wirkliche Schauspieler. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie nicht manchmal einfach nur sich selbst spielen. Mir gefielen die Jugendlichen jedenfalls sehr gut, denn keiner von ihnen zeigte scheu vor der Kamera. Eher wirkt die Kamera wie ein stiller Beobachter der den Realismus noch verstärkt.

Fazit:
Beeindruckender Film über Jugendliche ohne Perspektiven.... Einfach drückend realistisch. Diesen Film sollte sich jeder aufgeklärte Jugendliche einmal ansehen.....


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