Eine Kritik von padawan (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 03.01.2009, seitdem 699 Mal gelesen
Klasse! Eine Soap-Opera für Erwachsene! Californication dringt siegessicher in so manche Tabu-Zone in Sachen Fernsehunterhaltung ein. Die Darsteller sind hervorragend dafür ausgewählt geworden und habe die völlig Spielfreude.
Die Storyline ist frech inszeniert und brettert recht schwungvoll über den Bildschirm. Die Themen und die Sprache sind derb aber realitätsnah.
So mancher Zuschauer bleibt hier mit offener Kinnlade sitzen ... andere eventuell sogar mit offener Hose. Nach 12 Folgen kann ich sagen: Hut ab! Das hätte ich den Amerikanern niemals zugetraut!
Hier wird die gesamte Gefühlspalette vorgeführt.
Jede menschliche und zwischenmenschliche Situation beleuchtet und gnadenlos präsentiert - oftmals mit einer Situationskomik, die absichtlich unterhalb der Gürtellinie angesiedelt ist.
Die Dialoge, Monologe und Kommentare sind extrem direkt - doch niemals platt und selbstzweckhaft eingesetzt.
Mal sind die Begebenheit haltlos unmoralisch - dann schimmert wieder ein Quentchen lehrreiche aber niemals belehrend trockene Moral aus dem Gefühls-Chaos hervor. Californication ist ein Balanceakt zwischen einem satirischen Anspruchsdenken, fast schon übersteigerten parodistischen Entgleisungen mit einem hemmungslos obszönen Grundcharakter. Und wer die erste Staffel bis zum Finale genossen hat, weiß auch:
Ohne Liebe geht nichts!
Fazit: Endlich eine facettenreiche und "ungebügelte" Serie für ein reiferes Publikum des 21. Jahrhunderts.
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