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Außer Kontrolle (1996)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 20.01.2002, seitdem 1789 Mal gelesen


Ein Experiment gerät „Außer Kontrolle“ und auf einmal muss Keanu Reeves vor jedem flüchten......

Story:
Forscher einer Universität in Chicago gelingt der Durchbruch bei einer neuen Art von Energiegewinnung. Erdöl, Kohle und Gas sind nun überflüssig. Nach der ausgelassenen Party bringt Eddie (Keanu Reeves) die angetrunkene Physikerin Lilly (Rachel Weisz) nach Hause und kehrt dann ins Labor zurück. Dort liegt der tote Projektleiter, sein Assistent ist verschwunden. Eine Überlastung des Systems droht, so dass Eddie gerade noch so flüchten kann. Nach seiner Aussage bei der Polizei, wird ihm Geld untergeschoben. Doch das ist noch nicht alles. Ab nun werden er und Lilly von Polizei und Geheimdienst gejagt. Wem können sie noch trauen?
Der Film beginnt dramatisch und bombastisch mit einer Explosion, die einen Teil von Chicago in Schutt und Asche legt, verflacht dann aber in einen wirren Verfolgungsthriller. Eddie und Lily flüchten vor Geheimdienst und Polizei, wo bei die Story schnell auf der Strecke bleibt. Zu unverständlich wird ein Faden zu industriellen Kreisen gezogen. Das Ende im Salzwerk kommt dann auch recht überraschend und plötzlich. Eine zweite Explosion schließt den Film ab....

Musik:
Dramatische Musik unterstreicht die Actionszenen und Verfolgungsjagden mit Eddie und Lily. Hört sich gut an und erzeugt Spannung. Nur hört die Musik sich an, als kenne man sie aus 20 anderen Actionfilmen. Zwar gut, aber leider ohne eigene Merkmale. Wer die Musik 2 Tage später hört, wird kaum sagen können das sie von „Außer Kontrolle“ ist..

Atmosphäre:
Der bombastische Anfang mit der großen Explosion mag 1996 noch spektakulär gewesen sein, heute sieht man so was in jedem 2. TV Katastrophenfilm. Die Idee mit der alternativen Energiegewinnung ist ein guter Aufhänger, wird aber leider nur genutzt um einen konfuses Verfolgungsfilmchen zu inszenieren. Jeder halbwegs intelligente Zuschauer weiß, was mit dem Assistenten am Anfang passiert ist. Und spätestens wenn man das Geld in Eddies Wohnung findet, kann man sich denken, dass der Geheimdienst auch seine Finger mit im Spiel hat. So verwandelt der Film sich in einen „Unschuldiger wird von allen gejagt“ Thriller, den man schon zig mal gesehen hat. Der Film versucht nun mit spektakulären Fluchtszenen a la „Entkommen über eine offene Klappbrücke“ oder einer netten „Boot über Eissee“ Verfolgungsjagd den Zuschauer zu beeindrucken. Doch leider geriet die Inszenierung viel zu unspektakulär, was vielleicht auf das mangelhafte Budget zurückzuführen ist. Weiter hätte man Figuren wie den Projektsponsor Paul Shannon viel facettenreicher und ausführlicher darstellen können. Schlicht und einfach verschenkt. Mehr Informationen über die Hintermänner hätten den Film sicherlich interessanter gemacht. Das Ende im Salzwerk geht es ähnlich wie dem gesamtem Film. Alles ganz nett, aber ohne Reiz und zu unspektakulär.

Schauspieler:
Keanu Reeves agiert hier recht blass als Wissenschaftler Eddie Kasailvich. Leider lässt ihn das einfältige Drehbuch auch keinen Platz um seinen Charakter zu entfalten. Gefühle oder echte Meinungen sind hier fehl am Platz. Er muss nur in Actionszenen einigermaßen gut aussehen können.
Selbst ein Klasseschauspieler wie Morgan Freeman wird hier verheizt. Seinen Charakter Paul Shannon hätte man viel undurchschaubarer und düsterer gestalten können. Statt dessen wirkt er wie stellvertretender Chef der sich nicht recht entscheiden kann ob er Eddie helfen soll oder das Experiment mit allen Mitteln durch führen soll.

Fazit:
„Auf der Flucht“ Regisseur Andrew Davis inszenierte eine viel zu lange Verfolgungsjagd, die zu dem zu unspektakulär geraten ist. Ein wenig mehr Hintergrundinfos hätten den Film gut getan und hätten den verschenkten Schauspielern vielleicht Zeit gelassen sich zu entfalten.
Wäre das hier eine TV Produktion, könnte man zufrieden sein. Für einen Kinofilm aber eindeutig zu wenig.


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