Eine Kritik von Tyler Durden! (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 07.08.2006, seitdem 305 Mal gelesen
Ist doch gar nicht so schlimm, der Film.
Festgestellt werden muss zunächst, dass "Ballermann 6" eine bestimmte Klientel anspricht, zu der ich mich traurigerweise noch zähleJ . Nein, im Ernst, wenn man sich in mieser Stimmung befindet oder von solchen übertriebenen Blödeleien nichts hält, dann wird man diesen Streifen zweifellos hassen. Findet man debilen Humor von Zeit zu Zeit lustig, so wird man hier mit Sicherheit, vor allem nach dem ein oder anderen Bier, zumindest kurzweiligen Spaß haben.
Tom Gerhard spielt Toooomy, Hilmi Sözer spielt Mario. Die beiden verlieren ihren Job. Statt sich einen neuen zu suchen, wollen sie ihre letzten Scheine für eine Reise nach Mallorca ausgeben. Dabei machen sie sich schon die ersten muskulösen Feinde, die ebenfalls dahin wollten. (Es aber nicht konnten, weil die beiden Vollhirsche ihnen mutwillig die letzten beiden Plätze wegschnappten.) Ihr Ziel ist der Ballermann 6, wo sie sich Freisuff bis zum Umfallen erhoffen. Angekommen, müssen sie feststellen, dass der Ballermann 6 Eintritt kostet. Sie haben ihr letztes Geld aber an einer anderen Strandbar für ein Bier ausgegeben. Der Kampf um Ballermann beginnt! Dabei machen sie sich weitere muskulöse Feinde, die ihnen ständig auf den Fersen sind. Außerdem lernen sie eine äußerst attraktive Frau kennen (Maya, gespielt von Diana Frank, die übrigens laut Gerüchten schon in Softpornos zu sehen war...), mit der sie sehr viel Spaß haben. Das wird dadurch begünstigt, dass Maya ständig Streit mit ihrem Mann hat. (Christoph M. Ohrt)
Klar ist die Story überschaubar! Aber das spielt bei einem solchen Film eine geringfügige Rolle. Wichtig ist, ob er es vermag, zu unterhalten. Meiner Meinung nach tut er das ganz gut. Das Niveau hält sich dabei auf einem für meinen Geschmack erträglichen Niveau, mag auch der ein oder andere Ekelscherz dabei sein. Wer das Niveau unterirdisch findet, sollte sich mal "Date movie" anschauen. Die Charaktere Mario und Tommy sind einmalig und wem sie nicht sympathisch sind, der mag den Film natürlich auch nicht. Ich hege jedoch Sympathie für die beiden Vollidioten, die nur ein bisschen Spaß in ihrem niederen Leben haben wollen.
Die meisten Witze haben bei mir zumindest gezündet. Zumal sie nicht bereits hundert Mal auf der Leinwand zu sehen waren. Teilweise richtig neu, teilweise auf eigentümliche Weise dargestellt, langweilten mich die Witze nicht im geringsten. Vielmehr beförderten sie mich gelegentlich zu Boden. Positiv zu erwähnen ist auch, dass "Ballermann 6" kaum Längen besitzt. Ein Gag reiht sich an den nächsten, bis zum Ende des Films. Pseudomäßiges Romantikgesülze verkneift man sich dabei zum Glück, was ich dem Film ebenfalls positiv anhefte. Man konzentriert sich auf den Humor.
Von schauspielerischen Leistungen zu sprechen, ist hier schwierig. Die Nebendarsteller machen ihre Sache nicht überragend, aber annehmbar und zum Film passend. Dabei darf man Gastauftritte von Ottfried Fischer und Jürgen Drews bewundern (wie ich ihn hasse!). Tom Gerhard und Hilmi Sözer schlüpfen nunmal in ihre unterbelichteten Rollen. Da von Schauspielerei zu sprechen klingt für mich anmaßend. Daher lasse ich das einfach.
Fazit: Ballermann 6 spricht mit Sicherheit nur ein begrenztes Publikum an, aber dieses mit Erfolg. Ein Witzefeuerwerk ohne große Pausen bringt kurzweiligen Spaß, besonders unter Alkoholeinfluss. (Wobei ich sogar nüchtern war) Die Schauspieler machen ihre Sachen innerhalb der engen Storygrenzen akzeptabel und machen keinen der zahlreichen Gags kaputt. An jedem Saufabend mit Sicherheit eine Bereicherung, ansonsten lieber Finger weg! Ich übergebe hiermit "Ballermann 6" 6 Punkte. Euer