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Austin Powers - Das Schärfste, was ihre Majestät zu bieten hat (1997)
Eine Kritik von dvdn (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 23.06.2003, seitdem 704 Mal gelesen
Als gäbe es noch nicht genug wahnwitzige Agenten und Inspektoren in der Filmwelt, rief Mike Myers anno 1997(Wayne's World 1,2) mit Austin Powers einen weiteren Vertreter der Zunft ins Leben. Im Gegensatz zu seinen zahlreichen Kollegen, die sich meist auf die Arbeit in der Gegenwart beschränken, findet der im England der Swinging Sixties beheimatete Spion sich jedoch auch in den 90ern wieder. Neben dem typischen, von jeglichen Zeitschranken unabhängigen, Austin Powers-Humor bieten sich somit auch ein paar Gags an, die auf die Unterschiede der doch recht differenzierten Lebensweisen beider Epochen anspielen. Dass der Plot dabei schon zu Beginn (bewusst) auf der Strecke bleibt, stört bei einem Streifen dieser Machart kaum. Trotzdem darf er natürlich nicht ganz unerwähnt bleiben:
Wie jeder Superagent hat auch Austin Powers seinen ganz privaten Lieblingsfeind, der nicht weniger als die Weltherrschaft zu erlangen vorhat. Als im London der 60er Jahre das Pflaster für Dr. Evil zu heiß wird, sieht er nur noch einen Ausweg und flüchtet sich folglich mitsamt seinem Kater in die Zukunft. Doch wer im Dienste seiner Majestät agiert, schreckt auch vor solch Unbequemlichkeiten wie einem 30 jährigen Schönheitsschlaf nicht zurück- und so lässt sich auch Austin kyrogenisch einfrieren und wird just zum richtigen Zeitpunkt, als die Lage in den 90ern zu eskalieren droht, wieder aufgetaut. Die Jagd kann beginnen......
Mancheinem mag schon das wieder auflebende 60er Flair genügen, immerhin bekommen sowohl Auge als auch insbesondere Ohren für diese Zeit charakteristisches Material en masse angeboten- von Karies heimgesuchte Zähne inklusive (obwohl fraglich: wirklich trendy?). Die Mehrheit aber erwartet wohl eher ein Gagfeuerwerk im Stile von "Die Nackte Kanone" & Co., dem wird "Austin Powers" zwar in komödiantischer Hinsicht nicht ganz gerecht, dennoch sorgt allein die titelgebende Figur alleine für genügend witzige Situationen, vorausgesetzt man kann dem Powers-Charme nicht widerstehen. Dieser Bedingung kommt beispielsweise Dr. Evils Rolle noch eine tragendere Rolle zu: Das Verhalten des kahlköpfigen möchtegern-Imperators driftet meist zu sehr ins Alberne ab. Für das Zwerchfell erschwerend kommt hinzu, dass einige Gags seitens Dr. Evil, die von vornherein nicht zünden wollen, derart langatmig ausgetreten werden bis selbst der letzte Zuschauer den nächsten Auftritt von Austin Powers herbeisehnt.
Daher reduziert sich die Anzahl der "tatsächlichen" Gags à la Leslie Nielsen in seinen besten Jahren in vergleichsweise hohem Maße- die Konzentration fällt eindeutig den überzeichnet dargestellten Charakteren zu. Wobei auch hier einige Ausnahmen existieren: beispielsweise Vanessa Kensington alias Elizabeth Hurley, die zickig überzeugend spielt, wenn sie dann aber doch einmal die vermeintlich lustige Seite ihres Gemütes zeigt, dem Zuschauer durch zu affektives Verhalten im Normalfall kein Lächeln abgewinnen kann. Infolgede dieser Schwachpunkte entstehen zwar ein paar Längen, über die gesamte Spieldauer hinweg gesehen bügelt man diese Falten jedoch einigermaßen verdaulich aus, auch wenn zweifellos mehr drin gewesen wäre bei Austin Powers' Kinodebüt. 7/10
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