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Bube, Dame, König, grAs (1998)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 06.10.2002, seitdem 2198 Mal gelesen


Ebenso wie bei "Snatch" ist auch bei "Bube, Dame, König, Gras" eindeutig zu erkennen, dass Quentin Tarantino so etwas wie ein Gott für Guy Ritchie sein muss. Denn Ritchie versucht in seinen Werken den Tarantino-Stil zu sehr nachzumachen.

Als erstes wäre da die verzwickte Story, in der es im Prinzip nur um antike Waffen und Bares geht. Aber es gibt unzählige verschiedene Charaktere, die hinter diesen Objekten der Begierde her sind und so entsteht dann eine recht komplizierte Handlungsabfolge, in der man mal die vier Freunde Eddie, Tom, Bacon und Soap, dann den Unterweltboss Hatchet und Harry sein Gefolge oder auch ein paar Marihuana-Anbauer zu Gesicht bekommt. Von vorne rein ist eigentlich klar, dass alle Handlungsstränge gegen Ende natürlich zusammen laufen und sich so gut wie alle Figuren auf die Füße treten werden.

Ganz so wie in Tarantino-Filmen labern sich die Personen gegenseitig an. Die Dialoge erreichen dabei aber nie die Quali- und Genialität beispielsweise eines "Pulp Fiction". Dazu fehlt hier irgendwie die Philosophie.
Je mehr sich der Streifen dem Ende neigt, desto actionreicher wird er. Der Höhepunkt in Sachen Action ist demnach der Schluss. Was davor aber in dieser Rubrik passiert ist unbefriedigend, weil viel zu viel unwichtiges Zeug erzählt wird.
Von den Darstellern schafft es niemand, wie auch in Guy Ritchie's zweiten Film "Snatch", sich schauspielerisch herauszukristallisieren, was aber durch den ständigen Wechsel von der einen zur anderen Personengruppe auch gar nicht möglich ist. Viele Akteure wird man übrigens in "Snatch" wieder finden.

So recht anfreunden kann ich mich mit Guy Ritchie's Stil nicht. Er kupfert sich meiner Ansicht nach zu viel bei Tarantino ab und kann so kein eigenes Markenzeichen setzen. Die Qualität der großen Tarantino-Filme erreicht "Bube, Dame, König, Gras" einfach nicht, denn der Tarantino-Stil ist einfach einzigartig. Außerdem herrscht hier in der ersten Hälfte ein akuter Actionmangel, den ein Tarantino mit herrlich genialen Dialogen ausgleicht, was Guy Ritchie hier noch nicht gelingt.


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