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Saw IV (2007)
Eine Kritik von Graveworm (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 28.10.2008, seitdem 359 Mal gelesen
„Saw“ ist mittlerweile zu einem Phänomen geworden. Als 2004 der erste Teil über die Leinwände flimmerte, wusste wohl noch niemand was aus „Saw“ noch werden würde. Mittlerweile startet jährlich ein neuer Teil in den Kinos und versucht die Horrorfans mit immer neuen kranken Ideen bei Laune zu halten. Nachdem Teil eins ein wirklich gelungener Horrorthriller war, der auch gleich das Genre des Torture Porn ins Leben gerufen hatte, lieferte Teil 2 nur einen öden Aufguss mit nervigen Charakteren, wohingegen Teil 3 schon wieder mehr überzeugen konnte. Nun steht der vierte Teil in den Regalen und man darf gespannt sein, was sich Jigsaw noch so alles hat einfallen lassen.
Jigsaw ist tot, ebenso seine Gehilfin Amanda. Trotzdem gehen die sadistischen Spiele weiter. Während der Untersuchung an Detective Kerrys Tod wird Commander Rigg entführt und praktisch gezwungen Jigsaws Werk weiterzuführen. Rigg kooperiert, um dadurch das Leben seiner Kollegen zu retten, u.a. Eric Mathews (Teil II und III). Das FBI nimmt derweil Jigsaws Ex-Frau ins Visier. Sie sind nämlich sicher, dass Jigsaw noch einen weiteren Komplizen haben muss.
Horrorfans konnten es kaum erwarten, bis Teil IV der Folterreihe endlich angelaufen ist. Würde der Film genauso brutal und sadistisch sein wie sein Vorgänger? Und würde es Regisseur Darren Lynn Bousman wieder gelingen die vorangegangenen Teile und Charaktere gut mit Teil IV zu verbinden und für ein cooles Ende zu sorgen? Die Antwort lautet in beiden Fällen nein.
Zwar ist der Gewaltgrad auch hier nicht ohne, aber die Fallen sind weit weniger einfallsreich und die Umsetzung lässt auch eher zu Wünschen übrig. Viel schlimmer steht es aber um die Einbettung des Films in den gesamten Kontext der Reihe. Immerhin hatten bisher alle Teile einen Bezug zueinander und sorgten gegen Ende immer wieder für ein A-HA Erlebnis. Hier wurde aber der Bogen überspannt. Die Zusammenführung der Ebenen will nicht klappen. Alles wirkt zu sehr konstruiert und auf weitere Teile des Francise hinarbeitend. Es scheint fast so als würde man einen Brückenfilm sehen, der versucht den Weg für Teil V zu ebnen. Nur macht das überhaupt keinen Spaß und wenigstens ich habe mich verarscht gefühlt.
Besser wäre es gewesen dem Charakter Jeff aus Teil III treu zu bleiben und die Handlung um ihn herum zu spinnen (Potential gab es ja!). Zwar wird auch hier auf ihn eingegangen, dies aber nur am Rande und äußerst ungeschickt. Somit bleibt das gelungen Ende des Vorgängers leider (bisher) bedeutungslos.
Etwas besser gelingt die Beleuchtung Jigsaws Vergangenheit, die immer wieder in Rückblenden erzählt wird und welche für Fans wohl die inhaltlichen Höhepunkte des Films darstellen dürften.
Ansonsten bietet der Film in den Punkten Ausstattung, Musik, Schauspieler etc normales „Saw“ Niveau, inklusive einiger cleverer Überblendungen und vielen nervigen Stakkatoschnitten und Farbfiltern. Fans der Reihe dürften daher schon genügend Identifikationsmaterial finden, um sich auch hier heimisch zu fühlen.
Fazit: Bisher eindeutig der schwächste Teil der Reihe. Die Effekte sind zwar auch hier alles andere als zimperlich, können aber über das löchrige Drehbuch nicht hinwegtäuschen. Trotzdem wird dieser Teil sicherlich wichtig für das Verständnis der folgenden Teile werden.
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