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Beste kommt zum Schluss, Das (2007)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 02.03.2010, seitdem 282 Mal gelesen
Topdarsteller, ein renommierter Regisseur und ein Film über den Tod, das sorgte für Meinungsspaltung, konnte man vom Rührstück bis hin zum sensiblen Porträt alles wittern.
Es ist eine Art Buddy Movie (allerdings keine Actionkomödie) mit zwei grundverschiedenen Hauptfiguren. Da ist der Mechaniker Carter Chambers (Morgan Freeman), schwarz, gebildet und stets besonnen, auf der einen Seite, auf der anderen der Milliardär Edward Cole (Jack Nicholson), weiß, exzentrisch, aufbrausend. Der eine glücklicher Großpapa, der andere mehrfach geschieden. Jaja, Geld allein macht nicht glücklich, das haut der Film dem Zuschauer mehrfach um die Ohren, die Figuren sind auch Standards in der Traumfabrik, da gibt es kein Vertun.
Beide haben jedoch eines gemeinsam: Krebs im Endstadium. Durch Ironie des Schicksals werden beide aufs gleiche Zimmer verlegt, hatte Edward doch selbst die Regel eingeführt, dass es in seinen Krankenhäusern nur Zweibettzimmer gibt: „Hospitals, not health spas“ wie er sagt. Natürlich müssen sich die beiden aneinander gewöhnen, doch erstaunlich einfühlsam erzählt Rob Reiner das Freundwerden der beiden, nimmt sich überraschend viel Zeit, bis die titelgebende Prämisse der „bucket list“ (to kick the bucket = den Löffel abgeben) etabliert wird.
Als die beiden erfahren, dass ihnen maximal ein Jahr bleibt, beschließen sie mit Edwards Millionen ihre unerfüllten Träume zu verwirklichen: Von Fallschirmspringen über Tattoostechen bis hin dazu, etwas wahrhaft Majestätisches zu sehen…
An sich besetzt man beide Hauptdarsteller in altbekannten Rollen: Jack Nicholson gibt mal wieder den zu läuternden Griesgram, scheinbar seine Standardrolle der letzten Jahre, während Morgan Freeman als belesener Buddy nicht weiter von seiner Mentor/Beraterrolle Marke „Million Dollar Baby“ und „Batman Begins“ entfernt ist. Und doch: Beide spielen ihre Rollen absolut hinreißend, verfallen nie in dumpfe Routine, sondern geben alles. Daneben kann allenfalls noch Sean Hayes als herrlich unterkühlter Assistent bestehen, der sich mit Nicholson wahrhaft brillante Wortgefechte und Wortwechsel liefert.
Und tatsächlich zeigt „Das Beste kommt zum Schluss“ alias „The Bucket List“, dass Regie und Darsteller ein eher mittelprächtiges Script aufwiegen können. Denn gerade bei der Figurenkonstellation und der nicht gerade subtil hervorgebrachten Moral bedient das Drehbuch altbekannte, moralinsaure Standards, da wirken selbst die sozialkritischen Einsprengsel teilweise leider nur wie versöhnliches Gutmenschentum: Dem weißen Milliardär wird um die Beine geschleimt, der schwarze Mechaniker muss ewig auf seine Testergebnisse warten – Rassismus und Klassenunterschiede im maroden US-Gesundsheitssystem werden aufgezeigt, doch es fehlt ein wenig die Schärfe dabei.
Doch Rob Reiners famose Regie weiß mit solchen Unzulänglichkeiten umzugehen, mit famoser Präzision trifft er quasi immer die richtige Tonlage, was beeindruckend ist. Mit süffisantem Humor wird verhindert, dass der baldige Tod der Hauptfiguren schwer und melodramatisch über dem Geschehen hängt, und trotzdem wird die Tatsache nie eskapistisch ausgeblendet. Zwischendrin wird es etwas formelhaft, ironischerweise bei der Wunscherfüllung der Hauptfiguren wird zwar spektakulär die halbe Welt besucht und Autos zu Schrott gefahren, was sich nach einer Weile wiederholt, sodass ironischerweise die stillen Momente dazwischen die besten sind.
Tatsächlich sind die Dialoge wesentlich ausgefeilter als die Handlung, das Timing der Gags sitzt und selbst beim unausweichlichen Ende ist der Ton zwar emotional, aber nie sentimental oder kitschig. Reiner hat sein Publikum und seinen Film im Griff, weiß genau auf welche Note er hinaus will: Mit unglaublicher Pointiertheit beendet er die ergreifende, traurige Schlussszene mit einem letzten Gag, der den Zuschauer mit lachendem und weinendem Auge in den Abspann entlässt.
Das Buch ist teilweise formelhaft, die Klischees unschwer zu erkennen, doch Regie, Darsteller und Dialogwitz vollbringen den Akt es doch noch herauszureißen, einen stimmigen, tragikomischen Film zu schaffen – nicht perfekt, aber durchweg sympathisch.
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