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Game, The (1997)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 24.12.2004, seitdem 279 Mal gelesen


Nach dem wegweisenden Meisterwerk „Sieben“ lieferte David Fincher mit „The Game“ seinen dritten außergewöhnlichen Film ab, der aber weit weniger Aufsehen erregte. Höchst unkonventionell ist das Ganze dennoch, denn der Plot bietet die Besonderheit, dass man zu keinem Zeitpunkt mehr weiß, wie die Hauptfigur selber.

Nicholas van Orton (Michael Douglas) ist als Geschäftsmann eiskalt und als Mensch ein Arschloch. Freunde oder eine Ehefrau hat er nicht, sein Leben spielt sich alleine in der Finanzwelt und nach Feierabend in seinem herrschaftlichen Anwesen ab. Sein Leben ändert sich schlagartig, als sein Bruder Conrad (Sean Penn) ihm zu seinem 48. Geburtstag ein seltsames Geschenk übergibt: Die Firma CRS verspricht „Ferien, in die sie nicht fahren müssen, sondern die zu ihnen kommen“. Nicholas lässt sich auf das Spiel ein und weiß bald nicht mehr, was um ihn herum noch real ist...

Vom Beginn des Spiels an beginnt für den Zuschauer auch das Rätselraten. Wer steckt hinter dem Ganzen? Was passiert als Nächstes? Wem kann Nicholas noch trauen? Und vor allem: Gehört das alles noch zum Spiel oder ist es grausame Realität? Denn Orton kommen immer mehr Zweifel am Sinn seines Geschenks und spätestens, als seine Konten leergeräumt sein, er auf einem mexikanischen Friedhof aufwacht und sein Haus zum Verkauf bereitsteht ist es mit dem Spaß vorbei. Dummerweise minimiert sich die Zahl der vertrauenswürdigen Personen immer weiter, sodass Nicholas auf der Suche nach den wahren Drahtziehern bald allein auf weiter Flur steht, ganz ohne finanzielle Mittel, die ihm früher unbegrenzt zur Verfügung standen.

Die knifflige Story ist in der Form sicherlich äußerst unterhaltsam. Fincher reizt die Tatsache, dass man immer nur soviel weiß wie der Hauptprotagonist, bis zum Höhepunkt aus. Das sorgt mitunter dafür, dass man sich mit diesem launischen Egoisten prima identifizieren kann, obwohl man so einen Menschen für gewöhnlich hassen muss. Doch letzten Endes geht es nur darum, wie Nicholas im Verlauf der Geschichte erkennt, dass Geld und Macht nicht die existenziellen Dinge des Lebens sind, was er erst begreifen kann, als er mittellos auf der Strasse steht. Fincher inszeniert diese Läuterung ohne erhobenen Zeigefinger ganz unkonventionell.

Leider stellt sich am Ende heraus, dass eben dies doch nicht vollkommen nachvollziehbar zu realisieren ist. Die Spannung steigert sich zwar beispiellos zum Finale auf dem Hochhaus, aber was dann als Erklärung für die Ereignisse herhält, ist recht dürftig. Anhand mehrstündiger Auswertungen von medizinischen und psychologischen Tests sowie eines Kindheitstraumas van Ortons (Selbstmord des Vaters) sein Verhalten präzise vorherzusehen ist ebenso unglaubwürdig wie die Tatsache, dass dann auch alles so funktioniert, wie CRS es will. Vor allem bei mehrfachen Ansehen fallen zu viele Ungereimtheiten auf, die es unmöglich machen, „The Game“ als halbwegs realistisch anzusehen, dafür gerät die Hauptfigur selber schon viel zu oft in akute Lebensgefahr.

Trotz des unbefriedigenden Endes ist „The Game“ erfrischend anders. Fincher-typisch in einen ziemlich düsteren, eintönigen Look gehüllt, sieht man mal von der Mexiko-Episode ab, ergibt sich vor allem bei Erstansicht ein hochspannendes Rätselraten um Schein und Sein, das aber durch eklatante Logikfehler getrübt wird. Ein gut gemachter, ansprechender Film, aber von einem „Fight Club“ oder „Sieben“ weit entfernt.


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