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Game, The (1997)

Eine Kritik von Red Shadow ® (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 03.10.2006, seitdem 527 Mal gelesen


Spoiler enthalten!

David Fincher verarbeitet immer wieder gerne gesellschaftskritische Aspekte in seinen Filmen. "The Game" ist in dieser Hinsicht wohl am deutlichsten. Kritik am Kapitalismus, der Menschen mitunter zu gefühlskalten Maschinen vegetieren lässt. Ein Spiel, um zu läutern.

Nicholas Van Orton (Michael Douglas), lebt, um zu arbeiten. Zum Geburtstag bekommt er von seinem Bruder (Sean Penn), ein mysteriöses Geschenk, dessen Teilnahme sich als Lebensprüfung erweist. Ein Spiel, das individuell auf die Klienten eingeht und ihnen letztendlich weiterhelfen soll.

Schon bald befindet sich Van Orton in der Hölle, der Alltag eines erfolgreichen Geschäftsmanns wird zum Horror. Das Geschäft läuft nicht mehr, er verliert sein Hab und Gut und wird mit Verbrechen in Verbindung gebracht. Spiel oder Realität - die Grenzen verschwimmen.

Verzweiflung keimt in dem Protagonisten auf und man fühlt mit, wenn Michael Douglas im Fegefeuer verharrt. Er wird zum Gejagten, das Opfer einer großen Verschwörung. Douglas schafft es den Souveränitätsverlust des an sich eher selbstbewussten Geschäftsmanns auf direkten Weg dem Publikum authentisch zu vermitteln.

In erster Linie steckt dahinter die moralische Botschaft, nie zu vergessen, was man eigentlich hat, denn manche Dinge wie Freundschaft und Familie kann man nicht mit Geld erwerben. Die Gier nach Erfolg macht mitunter größenwahnsinnig, arrogant und betäubt das zwischenmenschliche Klima, weil jede Person materialisiert wird. Am Boden liegend, ohne Geld in der Tasche, erkennt man unter Umständen erst seinen größten Reichtum. Der Preis für dieses Plädoyer ist allerdings auch Unglaubwürdigkeit, denn die Idee des Spiels basiert häufig auf Zufällen, im Kontext fragwürdiger, menschlicher Handlungen.

Der Zweck heiligt die Mittel in der Realität nicht immer, schon gar nicht, wenn Leben riskiert wird. "The Game" verdrängt im eigenen Idealismus den Realismus. Alleine die Tatsache, dass Van Orton im Spiel des Lebens sehr häufig, problemlos sterben könnte, macht die Geschäftsidee unglaubwürdig. Am Ende versucht man das Ganze als perfekt durchgeplant organisiert zu verkaufen, aber ausgerechnet der Abschluss nimmt dieser Darstellung den letzten Funken Glaubwürdigkeit.

Die Intention funktioniert durchaus und hinterlässt in einer sehr dichten, düsteren Atmosphäre ihre Wirkung, aber die Art und Weise, wie man die Botschaft vermittelt, ist schlichtweg absurd. Der Zweck ist über jeden Zweifel erhaben, aber die Mittel zur Umsetzung erinnern eher an das Vorschlaghammer-Prinzip ohne Rücksicht auf Realismus.

Fincher verlagert seine Geschichte im Moloch nächtlicher Dunkelheit und treibt das Spiel an unbehaglichen Schauplätzen voran. Im Kontext des Thrills fesselt der Film zweifelsohne auf dieser Ebene.

So ist das Ergebnis letztendlich nicht unbefriedigend, weil Fincher das subtile Gespür für die Mechanismen des Thrillers hat und Michael Douglas die Intention des Films auf schauspielerischer Ebene glaubwürdig vermittelt. Allerdings ist das Drehbuch fernab der Realität geschrieben worden, so dass auffallend merkwürdige Übertreibungen und Logikfehler einen faden Beigeschmack hinterlassen. (6/10)


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