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Blood Freak (1971)

Eine Kritik von Max Con Carne II. (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 28.10.2008, seitdem 329 Mal gelesen


Und wo wir gerade beim Thema "schräge Filmmonster" sind (siehe "Godmonster of Indian Flats"), so können wir uns auch gleich mit diesem Pappkameraden hier befassen: Herschell, dem "Blood Freak" - halb Mensch, halb Truthahn. Zwar ging diese No Budget-Granate nicht gerade in die Kinohistorie ein, sorgte jedoch als "The World´s only Turkey-Monster-Anti-Drug-Pro-Jesus-Gore Film" in Insiderkreisen für Gesprächstoff. Und: "Blood Freak" als Unterrichsstoff im deutschen Religionsunterricht? Amüsante Vorstellung!

Dennoch schafft es der Streifen, zirka 70 Minuten lang ohne Story auszukommen. Hier einpaar Spurenelemente: Biker Herschell zieht von einer Hippie-Party zur nächsten. Irgendwann beschließt er, dass ein Leben ohne Job doch irgendwie scheiße ist und heuert bei einer Truthahnfarm an. Dort wird er unwissentlich zum Opfer eines Marihuana-Experiments - mit fatalen Folgen: Fortan geistert Herschell als Truthahnmonster durch die Gegend, um sämtlichen Drogendealern der Stadt die Lichter auszublasen...

Das Meer der budgetlosen Grade-Z-Streifen ist weit und tief, doch aufgrund seiner immens geistreichen *lol* Idee hat es "Blood Freak" immerhin geschafft, einen gewissen Bekanntheitsgrad auf sich zu ziehen: Ein Truthahn-Monster aus Pappmaché, das Kleinkriminelle zur Ader lässt; ein Erzähler mit Bronchitis und qualmender Kippe, der vor Drogenmissbrauch warnt; ein ehemaliger Tarzandarsteller (Steve Hawkes), der in den Credits gleich zweimal groß angekündigt wird... Es wurden keine Mühen gescheut, dieses Werk mit grotesken Zutaten anzureichern.

Leider gilt das nur für die letzten 20 Minuten, denn der Rest von "Blood Freak" ist langweiliger Leerlauf. Irrtümlicherweise könnte man tatsächlich meinen, eine verschollene Kult-Granate aufgestöbert zu haben, doch macht es sich in erster Linie bezahlt, mit dem Finger auf der Fast Forward-Taste zu bleiben, um das öde Geplänkel auf den Hippe-Partys sowie den nichtssagenden Part auf der Truthahnfarm zu überspringen.

6 Punkte also, weil der letzte Abschnitt von "Blood Freak" wirklich Spaß macht, plus Seltenheits-/Skurrilitätsbonus. Leider reicht das eigentliche Resultat nicht an den legendären Ruf heran. Wer zuviel erwartet, wird sicher enttäuscht sein.


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