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Das es in der Medizin und im Bereich der Pathologie Horrormäßig zugehen kann, dass hat uns vor Jahren schon "Anatomie" gezeigt, ein hoffnungslos überschätztes Gruselslashermätzchen aus deutschen Landen, welches zwar hier und da schon für ein paar Schauerchen gut war, ansonsten aber weit hinter dem amerikanischen Slasher-Standard, der damaligen Zeit, anzusiedeln war und selbst das trashig-blutige "Flashback - Mörderische Ferien", ebenfalls aus Deutschland, bei weitem nicht erreichen kann. Aber den amerikanischen Produzenten scheint es wohl gefallen zu haben, so das sie nun mit "Pathology" einen ähnlich gelagerten Film inszeniert haben, welches als Quasi-Remake von "Anatomie" gehandelt wird. An den amerikanischen Kinokassen durchgefallen und von der Kritik verissen, sollte es hierzulande nun merklich schlecht um den Streifen stehen. Und dabei ist "Pathology" ein Film, der überraschenderweise richtig gut geworden ist.

Dabei ist die Story nichts neues und wirklich recht nah an das deutsche Vorbild angelehnt worden. Der junge, aufstrebende Arzt Dr. Ted Grey kommt für ein Praktikum in ein altehrwürdiges Krankenhaus in Philadelphia. Die Kollegen dort mögen ihn nicht und mobben ihn. Allerdings soll er schon bald einem mysteriösen Spiel der Kollegen verfallen. Denn das laue Pathologienleben ist langweilig und so wird dieses ein wenig aufgepeppt, in dem immer jeweils einer der Gruppe einen Mitmenschen tötet und die Anderen herausfinden müssen, wie dies von statten gegangen ist. Gewonnen hat am Ende derjenige, der den "perfekten Mord" begeht. Vollkommen von dem Spiel eingenommen, wird es für Jake allerdings brenzlich, als nach Weihnachten seine Verlobte mit nach Philadelphia reist. Ein blutiger Kampf ums überleben hat begonnen... Genauso wie eine nicht ganz alltägliche Horrorgeschichte, die zwar, wie schon erwähnt, nicht wirklich neu ist, aber eben doch noch nicht allzu sehr abgenutzt erscheint, wie so manch andere Story. Neben einigen netten Ideen gibt es vor allem so manch schicke Wendung, die das ganze Geschehen durchgehend auf einem interessanten Niveau halten kann. Auch wenn die üblichen Plotholes nicht außen vor bleiben, so kann man sich mit dem Ganzen doch so weit ganz gut anfreunden.

Sowieso besitzt der Streifen eine mitunter herrlich morbide Atmosphäre, die für eine düstere Stimmung sorgen kann. Die völlige Tabulosigkeit und der fehlende Respekt gegenüber den toten Körpern, ist in wirklich jedem der hier auftauchenden Figuren eingebaut und wird mitunter über die Grenzen hinaus ausgebreitet, so das man schnell nicht so genau weiß, ob man diese innerlich herunter gekommenen Charaktere nun mögen soll oder nicht. Dabei ist es vor allem der "Hauptbösewicht" Jake, welcher recht glänzend ersponnen wurde und beim Zuschauer gut ankommt, wenngleich man ihn im wahren Leben nie begegnen möchte. Aber das haben Filmfiguren ja nicht gerade selten so an sich.

Aber auch die raue Inszenierung, die stetig fahle Ausleuchtung, sowie die trostlosen Kulissen können für ein stetig leichtes Kribbeln, sowie manch eisigem Schock, gut sein. Sowieso wird das ganze Treiben nie wirklich langweilig, sondern kann sich fast durchgehend einer gewissen Spannung ausweisen, die einen zwar nicht unbedingt im Kinosessel Kerzengerade sitzen lässt, aber eben doch auch verhindert, dass einem Ermüdungserscheinungen quälen könnten, wie es heutzutage bei dieser Art von Filmen nicht unbedingt selten ist. Auch wenn es an mancher Stelle überflüssiges Füllmaterial gibt, so kann man doch mit gutem Recht behaupten, dass man es bei "Pathology" mit einem spannenden Streifen zu tun hat.

In Sachen Gore-Szenen sollte man dagegen nicht allzu viel erwarten, wenngleich es schon ein paar blutige Szenen zu betrachten gibt. Der größte Teil davon ist allerdings Pathologie-Alltag, sprich das meiste Blut "spritzt", wenn unsere satanischen Doktoren ihrer Arbeit nachgehen. Wer es nicht mit ansehen kann, wie tote Menschen auseinander genommen werden und mit ihren Gedärmen mitunter Schindluder getrieben wird, der sollte sicher einen Bogen hier drum machen. Aber alles in allem dürfte das Gezeigte Splatterfans nicht ausreichen, zumal Qualen und mörderische Aktivitäten am lebenden Menschen hier kaum gezeigt werden, weshalb es doch ein wenig verwundert, dass die FSK bei der DVD-Veröffentlichung anscheinend Probleme zu haben scheint. Aber wer versteht das Gremium schon?

Was die Darsteller angeht, kann man hier zudem ebenfalls von recht talentierten Akteuren ausgehen, wenngleich wohl Michael Weston noch das bekannteste Gesicht des Castes darstellt. Das er Figuren mit bösen Absichten durchaus glaubwürdig auf die Leinwand bringen kann, hat er ja schon manchmal gezeigt, hier ist er allerdings wirklich ein Dämon in Menschengestalt. Aber auch seine Kollegen können soweit überzeugen.

Fazit: "Pathology" ist im direkten Vergleich definitiv der bessere "Anatomie"-Film. Denn wo das deutsche Vorbild doch nur Szenenweise überzeugen kann, kann "Pathology" vor allem aufgrund seiner schön morbiden Atmosphäre, sowie dem (nahezu) stetig aufrecht gehaltenen Spannungsgrad, bei Laune halten. Auch wenn man alles in allem keine allzu großen Sprünge erwarten darf, Innovationen rar gesät sind und sich hier und da auch mal ein paar Längen einschleichen, so kann man sich alles in allem schon einen netten Abend mit dem Filmchen machen. Auf (Import-)DVD jedenfalls durchaus empfehlenswert!

Wertung: 7/10 Punkte

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