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Ekel (1965)

Eine Kritik von Dr. Phibes (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 01.12.2004, seitdem 1332 Mal gelesen


Scheinbar alles was Roman Polanski anfasst, hat Hand und Fuß. Mit „Repulsion“ fabriziert Polanski einen Thriller, der den Abstieg einer kranken Frau zeigt, mit einer schauspielerischen Glanzleistung von der damals jungen Catherine Deneuve.


Auf den ersten Blick wirkt die junge und hübsche Carol Ledoux (Catherine Deneuve) wie eine normale junge Frau. Sie geht einer geregelten Arbeit nach und hat auch scheinbar einen netten Freund. Doch der erste Blick täuscht. Carol Verhalten gegenüber Männern ist stark gestört, ein Kuss nahezu undenkbar. Daher ist es ihr auch zu viel, dass ihre ältere Schwester Hélène öfter ihren Freund mit nach Hause bringt, dieser über Nacht bleibt und Carol die nächtliche Aktivitäten beider mitbekommt. Als Carols Schwester mit ihrem Freund für ein paar Tage nach Italien reißt, bricht das Leben der jungen Carol vollkommen auseinander. Ängste, Wahnvorstellungen lassen Carol nicht mehr los, sie kann ihre Arbeit nicht mehr aufnehmen, sie verbarrikadiert sich in der Wohnung. Als ihr Freund und auch der Hausbesitzer wegen der anfallenden Miete die Wohnung betreten wollen, kommt es zur Katastrophe...


„Repulsion“ ist einer dieser Filme, der langsam beginnt, fast zu langsam beginnt, um dann im Hauptteil richtig aufzudrehen. Roman Polanski schuf ein Bild einer psychisch gestörten Frau, was man so schnell nicht vergisst. Dies liegt schon allein an der One-Woman-Show von Catherine Deneuve, die nach einer guten halben Stunde beginnt, wenn sich Carol alleine im Hause aufhält.
Schon zu Begin fällt dem Zuschauer das apathische Verhalten von Carol auf, welches selbst in der deutschen Synchro noch hervorragenden rüberkommt. Irgendwas stimmt nicht mit der Frau, nur weiß man nicht genau was, aber man wird es herausfinden. Denn nach und nach beginnt der Horrortrip zur den Zuschauer durch die kranke Welt der Carol.

Roman Polanski hat dies meisterhaft inszeniert. Teilweise ungewohnte Kameraeinstellungen, Abbruch von Szenen, wo es gerade rundgeht, dies sind nur einige Beispiele, wie uns Polanski das Leben der Carol zeigt. Hinzu kommen Symbole im Film, die den Absturz und den Zerfall von Carol zeigen, allein das Kaninchen in der Küche oder die Wände. Auch mit Wahnvorstellungen spart Polanski nicht, man nehme wieder die Wände oder auch der Mann, der nur in Carlos Einbildung existiert, sie aber missbraucht, der größte Horror für Carol.

Wie schon gesagt, muss sich sicherlich der eine oder andere durch die erste halbe Stunde hindurchkämpfen, da hier noch nicht viel passiert, man aber schon klare Andeutungen erhält, was mit Carol los ist. Doch niemand in der Umgebung bemerkt wirklich, was mit Carol los ist, die stumm nach Hilfe schreit. So wirkt das Ende wie ein Hohn.


Fazit: „Repulsion“ ist ein klasse Psychothriller über den Untergang eines einzelnen Menschen, hervorragend verkörpert von Catherine Deneuve. Wer nur ein leichtes Faible für Filme aus der Psycho-Ecke hat, darf sich diesen Film unter keinen Umständen entgehen lassen. Es lohnt sich definitiv!


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