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Mulholland Drive - Straße der Finsternis (2001)
Eine Kritik von geogaddi (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 30.01.2003, seitdem 358 Mal gelesen
Lange habe ich gewartet, bis ich in der Videothek endlich zugriff, da mich der Klappentext nicht wirklich überzeugte. Bis dahin hatte ich auch noch keinen David Lynch Film gesehen, hörte aber schon viel von seiner ausgefallenen Art der Darstellung.
Ich griff dann aber doch zu und sah mir den Film irgendwann in der Nacht an, schlief ein und schaute am nächsten Tag fertig.
Bis zu einer gewissen Szene kann man noch folgen, es wird zwar nichts aufgeklärt, aber es ist verständlich, worum es geht. eine Frau irrt nach einem Autounfall gedächtnislos durch die Gegend (Anm.: die Story spielt in L.A.) und findet eine leerstehende Wohnung. Diese wird kurz darauf von einer jungen Schauspielerin bezogen, da die Wohnung ihrer Tante gehört. Sie findet die verstörte Frau, die an Amnesie leidet, und will ihre helfen. Es werden weitere Handlungsstränge eingeworfen, die bezogen auf die beiden zuerst keinen Sinn ergeben. Z.B. sieht man das Gespräch zweier Personen, der eine dürfte Psychiater sein und der andere sein Patient. Der Patient erzählt einen immer wieder kehrenden Traum, der in dem Restaurant spielt, in dem sie sich befinden. der Patient wird dann mit seinem Albtraum in form eines Mannes, der hinter dem Restaurant "lebt", konfrontiert. Diese Szene hat keine Bedeutung für den Film, ist aber von der künstlerisch spannenden Komponente her interessant anzusehen.
Aber wieder zur eigentlichen Handlung. die verwirrte Frau findet in ihrer Handtasche ein blaues kleines Kästchen, was es damit auf sich hat, erfährt man nicht.
Sie allerdings wird immer wieder von paranoiden Anfällen befallen und erlebt Panikattacken während ihre neu gewonnene Freundin ihrer Schauspielerkarriere entgegenlebt. Sie wird für eine Rolle angenommen und ist dementsprechend begeistert.
Die beiden Frauen beginnen mit der Zeit eine Liebesbeziehung und das "Problem" der gedächtnislosen ist fast vergessen. Es gibt aber immer noch keinen Hinweis auf ihren Namen, man findet die Telefonnummer einer Frau und versucht, herauszufinden, ob es die schöne unbekannte ist. Beim Haus angekommen, stellt sich heraus, dass es sich um eine Verstorbene handelt, die Selbstmord begangen hat. Der Film beginnt langsam, interessant zu werden, ist aber immer noch durchschaubar.
Eines Nachts finden sie den Schlüssel zu dem blauen Kästchen. Und JETZT wird’s kompliziert. Aber um nichts durcheinander zu bringen, sage ich nur: Selbst anschauen.
David Lynch hat mit diesem Film einen der besten der letzten Jahre geschaffen, die geniale Musik von Angelo Badalame, kombiniert mit den düsteren Traumsequenzen von Lynch, lässt die Spannung nie erlöschen, auch wenn es schwierige und langatmige Szenen gibt. Der Schluss ist schwer bis überhaupt nicht verständlich, und ich glaube, dass man diesen Film nicht erfassen, sondern nur versuchen kann, ihn zu interpretieren. Allerdings ergeben sich durch diesen Umstand immer wieder neue Sichtweisen. Auf jeden Fall sehenswert.
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