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Zombie III (1988)

Eine Kritik von filmimperator (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 02.06.2007, seitdem 380 Mal gelesen


Oftmals als der Tiefpunkt im Schaffen vom Großmeister des italienischen Zombiefilms bezeichnet, überschlagen sich die negativen Kritiken zu „Zombie 3" von Lucio Fulci. Doch der zu diesem Zeitpunkt von einer Krankheit geplagte Fulci konnte den Film nicht fertig stellen, weswegen mit dem Drehbuchautor Claudio Fragasso und dem Schund-Regisseur Bruno Mattei (Filmtitel wie „Alle Perversionen dieser Welt" oder „Die Hölle der lebenden Toten" aus seinem Oeuvre sprechen eine deutliche Sprache) gleich zwei weitere mehr oder minder filmerprobte Personen verpflichtet wurden, die auf dem Regiestuhl den Platz von Fulci einnehmen durften, der jedoch - im Gegensatz zu Mattei und Fragasso - seinen Namen in den Credits hergab.

Angesichts dieser von Komplikationen gezeichneten und misslichen Entstehungsgeschichte von „Zombie 3", einem eher späten Nachklapp und Beitrag zum Genre des (italienischen) Zombiefilms, verwundert es umso mehr, dass der Film ganz passabel und unterhaltsam, wenn auch nicht hochklassig geworden ist. Aber das hat auch nicht wirklich jemand erwartet.

Zur Story: Ausnahmsweise wird hier mal eine stichhaltige Erklärung geliefert, warum die Menschen plötzlich zu Zombies werden: Das vom Militär entdeckte, sinistre Virus „Death One" kommt bei einem Überfall frei und infiziert den Dieb, der daraufhin wieder gefangen und im Krematorium verbrannt wird. Doch denkste: Durch die Asche des Verstorbenen wird das Virus erst richtig verbreitet und es folgt eine Epidemie, welche jegliche Lebewesen im Umkreis zu nach Fleisch gierenden Zombies werden lässt. Eine kleine Gruppe Überlebender kämpft gegen sie ums Überleben, während Militär und Wissenschaftler versuchen, eine Lösung zu finden...

Dieser rote Faden dient als Ausgangspunkt für einen nicht enden wollenden Marathon an unmotivierten Schießereien und Durch-die-Gegend-Geschlurfe von Untoten. Dabei fallen zwar einige riesige Logiklöcher und Ungereimtheiten auf  (Warum ist das Hotel innerhalb weniger Tage von Pflanzen zugewuchert? Warum flieht man überhaupt in ein Hotel, wenn man medizinische Versorgung benötigt? Wieso gehe ich in eine offensichtlich verlassene Tankstelle und frage andauernd „Hallo?"? etc. etc.), doch diese tun dem hohen Unterhaltungswert des Films keinen Abbruch. Wenn plötzlich ein blutgieriger Zombieschädel aus dem Kühlschrank springt, dürfte man auch als kritischer Zuschauer durchaus anfangen zu lachen. Und auch wenn die äußerst mauen Dialoge in einer mehr als dürftigen deutschen Synchronisation, die dünne Handlung und chargierende, in höchstem Maße substituierbare Darsteller ebenso wie eine verspeiste Galle - um einen thematisch passenden Komparativ zu bemühen - bitter aufstoßen, weiß „Zombie 3" dennoch mit einem unheimlichen Score von Stefano Mainetti sowie einem durchaus atmosphärischen Setting (unheilvolle, nebulöse Kulissen) zu punkten, was phasenweise abseits der ganzen hohlen sowie mies choreografierten Kloppereien und Ballereien sogar für Spannung sorgt.

Ganz nebenbei - allerdings äußerst plump und nahezu im Gekröse untergehend - wird eine eher ridiküle Öko-Botschaft vermittelt, die jedoch später durch das Militär, welches gegen die Wissenschaft arbeitet und zudem für das Virus ursächlich verantwortlich ist, konterkariert wird. Dazu gesellen sich eine Handvoll netter Splatter- und Goreeffekte, die ein wenig von der offensichtlichen Inhaltsarmut und schlicht mangelnder Klasse des sichtbar kostengünstig produzierten Films ablenken. Denn obwohl oder trotz dass „Zombie 3" auf der pittoresken Urlaubskulisse der Philippinen gedreht wurde, sieht man ihm an, dass nur ein äußerst dünnes Drehbuch zur Verfügung stand, was sich in narrativ völlig überflüssigen, da sich wiederholenden Brutalitäten verliert.

Fazit:
„Zombie 3" ist ein extrem durchschnittlicher, aber keineswegs richtig mieser Zombiefilm, der mit durchaus passablen Effekten und einer phasenweise beklemmenden Atmosphäre daherkommt. Es gibt nur allzu offensichtliche Schwachstellen in Inszenierung und Schauspiel, doch sieht man darüber hinweg, fühlt man sich gut 80 Min. ganz ordentlich unterhalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Für Fans eine klare Empfehlung.    


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