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Ansicht eines Reviews
Himmlische Familie, Eine [TV-Serie] (1996)
Eine Kritik von The Moth (Bewertung des Films: 1/10) eingetragen am 02.06.2004, seitdem 728 Mal gelesen
Also so stellt man sich in den USA das Familienleben vor.
War man schon durch scheinheilige Sitcoms genervt von der aufdringlichen Bible-Belt Philosophie, so wird sie hier auf die Spitze getrieben.
Papi ist Pfarrer, Mami ist übersozial und die Kinder - natürlich eine Großfamilie wie es sich gehört (Sex ist nämlich nur zum Kinderzeugen da und kein Vergnügen) - sind den Eltern auf Gedeih und Verderb treu.
Man soll ja Vater und Mutter ehren.
Wer in dieser Serie eine Beziehung hat ist natürlich nur einen Augenblick von der Hochzeit entfernt und ist überdrüber stolz auf die, ihm/ihr, Gott gegebene Jungfräulichkeit, welche unter keinen Umständen für banale Dinge hergeschenkt werden darf.
Nur die wahre Liebe, der Ehemann/die Ehefrau also.
Sollte eines der Kinder mal einen Fehler begangen haben ist eine Entschuldigung vor den Eltern und vor dem Kreuz in der Kirche natürlich selbstverständlich und die Heulerei kann losgehen.
Natürlich dürfen tagespolitische Banalitäten auch nicht fehlen und so ist die Integration eines muslimischen Kindes allein Aufgabe und Verdienst dieser "himmlischen Familie".
Wem jetzt noch nicht die Galle obgleich soviel selbstgerechter Scheinheiligkeit hoch kommt, in einer Zeit in welcher in den USA - und auch Europa - Fremdenfeindlichkeit immer mehr zunimmt und die Kirchengemeinden von Missbrauchskandalen überschüttet werden, dem ist nicht zu helfen.
Fazit: Wer auf naive und absolut unglaubwürdige wie verlogene Familienunterhaltung steht wird sich bei der "Himmlischen Familie" wohl fühlen. Allen anderen sei von dieser Fernseh-Anomalie herzlichst abgeraten.
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