Eine Kritik von abnormal (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 28.07.2005, seitdem 1282 Mal gelesen
Die Handlung fand ich nicht sonderlich spannend, da mir Huxley´s "Schöne neue Welt" und Orwell´s "1984" bereits bekannt waren, aber dafür kann der Film ja nichts. Dafür fiel mir die klischeehafte und vorhersehbare Umsetzung negativ auf, welche mit ihrer aufgezwungenen Moral am Ende des Films einen faden Nachgeschmack hinterließ.
Wir haben es hier mit einem totalitären System zu tun, das von einigen Leuten boykottiert wird. Durch die liebenswerte Darstellung dieser Charaktere entsteht der Eindruck, dass es legitim ist, die bestehenden Gesetze zu brechen. Als gut gilt hier, was die Minderheit befürwortet, und am Ende soll dann den Widerständlern zugejubelt werden, welche ihre Gegner barbarisch niedermetzeln.
Was mich also an diesem Film wirklich stört, ist die Tatsache, dass er dem Zuschauer suggerieren will, wie er das Handeln der Protagonisten zu bewerten hat.
Ok, kommen wir zu den positiven Aspekten des Films:
Einerseits muss hier Christian Bale genannt werden, der es als Schauspieler einfach drauf hat. Nach "American Psycho" beweist er auch hier, dass er die Kunst der Mimik perfekt beherrscht.
Andererseits haben mir neben der kalten und sterilen Atmosphäre auch die Kampfszenen gefallen. Die sind zwar total überzogen, kommen aber irgendwie cool rüber. Vergleiche mit "Matrix" sind natürlich nicht von der Hand zu weisen und wirken hier sogar weniger aufgesetzt als Keanu´s hölzernes Rumgeturne.
Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass John Preston (Bale) am Ende vor lauter Verzweiflung Selbstmord begeht oder den ganzen Laden als neuer Herrscher übernimmt. Das hätte den Zuschauern sicher mehr zu denken gegeben als die hier vorliegende, höchst widersprüchliche Botschaft.
Diese lautet: Gewalt, welche auf Emotionen beruht, ist böse, aber wenn sie zu – und nicht aufgrund – diesem Zweck eingesetzt wird, ist sie gut.
Ja, klar!
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