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Equilibrium - Killer of Emotions (2002)

Eine Kritik von MyOwnShadow (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 08.11.2005, seitdem 373 Mal gelesen


Inhaltsanriß:

Anfang des 21. Jahrhunderts verwüstete ein Atomkrieg die Erde. Die Überlebenden werden von einem Regime regiert, das Emotionen als Auslöser für diesen Krieg und auch für alle anderen Übel der Menschheit verantwortlich macht.
Die Droge Prozium unterdrückt Emotionen und jeder Bürger ist verpflichtet sie zu nehmen. Wer sich der Einnahme widersetzt oder einfach nur so fühlt, begeht ein Verbrechen, das meistens mit dem Tode bestraft wird.
Die Leitung der Einsätze gegen "Emotionsverbrecher" unterliegt einer Spezialeinheit, den sogenannten Grammaton Klerikern.
John Preston ist ein solcher Kleriker, der eines Tages aus Versehen seine Dosis Prozium zerbricht...


Meinung:

Equilibrium ist eine Mischung aus Matrix, Fahrenheit 451 und Orwells 1984.
Keineswegs ist es ein bloßer Matrixclone. Die Kampfzenen sind zwar vielleicht daran angelehnt, aber sie haben auch genug Eigenständigkeit, um keine Kopien zu sein.
Besonders ansehnlich ist dabei die Erfindung der "Gun-Kata", auch wenn die Erklärung daür, die in dem Film gegeben ist, vielleicht nicht 100% überzeugt. Zumindest würde ich mich im Ernstfall nicht völlig darauf verlassen wollen. ;-)
Zusammen mit der Musik kann man hier frische, gut gemachte Actionszenen genießen.

Es gibt einige Ungereimtheiten, ohne Zweifel. Keine davon ist jedoch schlimm genug, um den Film zu verderben.
So kann man natürlich zu Recht fragen, wieso den Spezialisten der Grammaton Kleriker nicht auffällt wenn einer aus ihren Reihen anfängt emotional zu handeln, selbst wenn dieser das zu verbergen versucht, wenn doch sogar der Zuschauer das klar sieht. Aber das muß man wohl in Kauf nehmen, denn den ganzen Film über roboterhaft wirkende Schauspieler zu sehen, wäre wohl eher langweilig gewesen. Nein, man mußte die Verwandlung des Haupcharakters schon irgendwie sichtbar machen.

Equilibrium versteht es, eine unglaublich dichte Atmosphäre zu erzeugen. Das wird unter anderem durch die Verwendung einfacher Symbolik erreicht. (Natürlich sind die in den schwarzen Mänteln und den Spiegelhelmen die Bösen, etc...) Manch einer mag dabei die fehlende Vielschichtigkeit bemängeln, aber zur stimmungsvollen Darstellung eines totalitären Regimes paßt das sehr gut.

Man hätte die interessanten philosophischen Ansätze ("Was macht einen Menschen aus?") vielleicht noch etwas ausbauen können. Der Film wäre dafür ein interessantes Forum gewesen, aber hätte möglicherweise dabei zuviel an Tempo verloren.

Equilibrium hat mich durchweg positiv überrascht. Es war ein Film, von dem ich gar nichts gehört hatte und von dem ich auch nicht allzuviel erwartet hatte. Ich habe den eigentlich nur gekauft, weil ich die DVD im Sonderangebot im Kaufhaus rumstehen sah, ich das Cover irgendwie cool fand und sich der Covertext interessant anhörte.
Man gut, daß ich das gemacht habe. So ist meine Sammlung nun um eine Perle reicher.


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