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Equilibrium - Killer of Emotions (2002)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 10.04.2007, seitdem 319 Mal gelesen


Ganz große Klasse, was Regisseur Kurt Wimmer mit seiner erst zweiten Regiearbeit hier abliefert. Das Drehbuch stammt von ihm selbst und er hatte seit seinem Regiedebut " One tough Bastard " daran gebastelt. Von den Produzenten wie Dimension Films, Jan De Bont, oder den Gebrüdern Weinstein wurde die Story mit Freuden akzeptiert, doch leider gefiel er wohl dem Publikum nicht und die Kinoeinahmen reichten lange nicht aus, um das Budget zu decken. Warum der Film in Deutschland nicht einmal im Kino lief und nur Direct to DVD ging, ist für mich absolut unverständlich. Wimmer´s Zukunftsversion ist eine der besten und klügsten, welche ich jemals gesehen habe, locker Kinotauglich, ein eindeutiges A-Movie, welches man als Filmfan jeglichen Genres einmal gesehen haben sollte.
Story:
Im 21. Jahrhundert wurde die Welt durch einen dritten Weltkrieg fast vernichtet. Noch einen Krieg würden die Menschen und auch die Erde nicht überleben. Also wird ein starkes und strenges Regime unter der Aufsicht von " Vater " gegründet und durch die Grammaton Cleriker, eine Art Polizei, beschützt. Außerdem müssen sich alle Menschen ein Serum spritzen, welches Emotionen und Gefühle aller Art unterdrückt. Doch gerade der treue Cleriker John Preston ( Christian Bale ) beginnt seine Dosis abzusetzen. Zusammen mit dem Untergrund nimmt er den Kampf gegen das gefühlskalte Regime auf.

Eine rundum durchdachte Story, welche dem Zuschauer viele Überraschungen servieren kann, vor allem im letzten Drittel. Überhaupt kann man sich so ein Regime gut vorstellen, wir alle wissen wozu der Mensch in der Lage ist, ganz besonders wenn es um den Krieg geht. In dieser klugen Zukunftsversion müssen die Menschen ihre Gefühle durch ein Serum unterdrücken. Jegliche Art von Musik, Bücher, Bildern und alten Gegenständen wird vernichtet. Der der seine Dosis nicht nimmt und fühlt, gilt als Sinnestäter und wird erschossen. Wir erleben nun hier wie der anfangs sehr gefühlskalte Cleriker John Preston seine Dosis absetzt und an dem System zu zweifeln beginnt, sich sogar mit dem Untergrund zusammenschließt um das Regime zu stürzen. Wimmer erzählt seine Story nicht nur sehr temporeich, sondern auch interessant. Die Dialoge sind auf hohem Niveau angesiedelt und viele sympatische Charaktere müssen auch ihr Leben lassen. Man kann sich zwar denken, dass das Ganze gut ausgeht, aber der Weg dorthin ist voller unvorhergesehener Überraschungen.
Schon beim monotonen Look hat man tolle Arbeit geleistet, auch wenn man hier und da mit etwas CGI aushilft. Trotzdem ist die Kulisse ein Hingucker, ganz selten kann man fröhliche Bilder entdecken. Alles sieht so gleich aus, in dieser Welt würde sich Keiner von uns wohl fühlen. Auch der Score trägt einen Löwenanteil an dieser Atmosphäre. Von Technosounds bis Klassik ist alles vorhanden.
Auch die spektakuläre Action stimmt, obwohl man viel mit Wire Work arbeitet. Aber die Fights mit Waffen haben es wirklich in sich, außerdem bekommt man hier einen völlig neuen Kampfstil zu sehen. Hier werden die Gegner in Sekunden ausgeschaltet und zu Dutzenden in die ewigen Jagdgründe geschickt. Dabei werden Knochen gebrochen, Köpfe eingeschlagen, oder mit dem Schwert auch mal eine Gesichtshälfte abgetrennt. Auf jeden Fall geht es ordentlich zur Sache, inklusive vieler blutiger Einschüsse und recht hohem Bodycount.
Christian Bale hätte für diese Rolle fast einen Oscar verdient, so glaubwürdig und intensiv verkörpert er die Rolle des John Preston, welcher fast jede Minute eine Wandlung durchmacht. Dem restlichen Feld kann man auch zu keiner Zeit einen Vorwurf machen. Ob Angus MacFayden als herrschsüchtiger Dupont, Tyle Diggs als fieser Cleriker Brandt, Sean Bean als Sinnestäter und anfänglicher Partner von Preston und nicht zu vergessen die niedliche Emily Watson.

Fazit:
Eine der besten und überzeugensten Zukunftsvisionen, verpackt in kluger Story und versehen mit brillanten Darstellern. Die Umsetzung ist temporeich und strotzt vor spektakulärer Action. Die Kulisse ein absoluter HIngucker, der Score einfach genial. Hier stimmt fast alles und ich kann jedem, der " Equilibrium " noch nicht gesehen hat, dies schnellstens nachzuholen.


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