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Equilibrium - Killer of Emotions (2002)

Eine Kritik von Der müde Joe (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 20.03.2003, seitdem 1304 Mal gelesen


+++Vorsicht, es könnten Spoiler enthalten sein+++

Eine Sache mal vorneweg: Es ist mir unbegreiflich, warum dieser Film nicht groß ins Kino kam, sondern in den USA nur einen "Limited Release" auf wenigen Leinwänden erlebte. Sind die Amis wirklich so dumm, dass sie mit dem Film nichts anfangen können?

Nach dem dritten Weltkrieg herrscht ein Diktator, der "Vater", über die Menschen. Es werden Drogen ausgegeben, die verhindern sollen, dass Gefühle entstehen. Da alle Kriege und Gewalttaten irgendwie mit menschlichen Gefühlsregungen zu tun hatten, werden öffentliche Gefühlsausbrüche, Bücher, Musik und Kunst unter Androhung der Todesstrafe verboten. Ausführender Arm des Vaters sind die sogenannten "Clerics", eine Art Staatspolizei mit unglaublich schnellen Reflexen. Der Film beginnt mit einem Einsatz der Clerics: Ein Rebellen-Versteck soll ausgehoben werden. Unter Leitung der beiden Agenten Preston und Partridge werden die Rebellen eliminiert und sämtliche verbotenen Güter vernichtet (darunter übrigens auch die echte Mona Lisa). Partridge sympathisiert mit den Rebellen und wird von Preston erschossen. Doch dem kommen auch langsam Zweifel an der Diktatur des Vaters und der zombiehaften, emotionslosen Gesellschaft. Er stellt sich gegen das System...

Die Story des Films ist nicht zu verachten. Meiner Meinung nach ist die Geschichte in etwa mit Spielbergs "Minority Report" zu vergleichen, wobei "Equilibrium" trotz des merkbar geringeren Budgets eindeutig der bessere Film ist. Es wird auf Kitsch und Hollywood-Weichspüler verzichtet, die Auflösung ist nicht an den Haaren herbeigezogen, und man fiebert mit dem Helden mit.

Optische Höhepunkte des Films sind zweifellos die "Gun-Katas". Um auch einer Überzahl von Gegnern überlegen zu sein, trainieren die Clerics sogenannte Katas (einstudierte Kampfbewegungen). Im Ernstfall können sie damit blitzschnell mehrere Gegner gleichzeitig ausschalten. Diese teilweise ziemlich harten Szenen in Worte zu fassen ist recht schwer, man muss es einfach gesehen haben. Einige der Sequenzen stellen sogar die hochgezüchteten Kampfszenen aus "The Matrix" in den Schatten!

Ich selbst bin eher durch Zufall auf den Film gestoßen. Da er in Deutschland seine Premiere wohl ohne großen Werbeaufwand auf DVD und VHS erleben wird, möchte ich nochmal an alle Sci-Fi- und Action-Fans appellieren: Leiht ihn euch unbedingt aus - Equilibrium sollte man gesehen haben!


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