|
 |

Ansicht eines Reviews
Equilibrium - Killer of Emotions (2002)
Eine Kritik von Ultimate87 (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 16.08.2011, seitdem 273 Mal gelesen
Noch in der "Matrix"-Wirkungsphase entstand 2002 der Film "Equilibrium" von Kurt Wimmer, der hauptsächlich in Berlin gedreht wurde und eine düstere Zunkunftsvision malt.
Die Story: In naher Zukunft (und nach einem weiteren Weltkrieg) hat man das Übel der Menschheit ausgemacht: Es sind die Emotionen, die für Krieg, Gewalt und Elend verantwortlich sind. Folglich müssen diese rigoros unterdrückt werden, was einerseits durch das Mittel Prozium gelingt, andererseits auf der Arbeit der sogenannten Kleriker beruht. Diese jagen Sinnestäter, also Menschen, die fühlen, und zerstören jegliche Kulturgüter, die Emotionen auslösen können, wie Gemälde, Musik oder Haustiere. Einer von ihnen ist der Kleriker Preston (Christian Bale), der allerdings seinen Gefühlen immer mehr Raum lässt.
Während die Geschichte beim ersten Mal Anschauen noch überraschend daherkommt, merkt man relativ schnell, aus welchen Quellen sich Regisseur und Autor Kurt Wimmer bedient. Die visuelle Machart mal außer Acht gelassen, wird sich von Aldous Huxley bis Philip K. Dick recht offensiv bedient. Vor allem Ray Bradburys Klassiker "Fahrenheit 451" diente als Vorlage.
Kurt Wimmer bereitet diese Stoffe nun für das Kino in einer moderneren Version auf, in der philosophische und existenzielle Frage so weit wie möglich zurückgefahren werden. Als Dystopie eignet sich der Film nur bedingt, zu wenig erfährt man über die Hintergründe und die Gesellschaftsform, deren Bestehen ohne Gefühle auch ein wenig unglaubwürdig wirkt.
Das gleiche gilt auch für den Plotverlauf. Es erscheint schon kurios, dass sowohl Brandt (Taye Diggs) als auch später Preston selbst trotz offenkundigen Emotionen (Lachen, Wut, Überraschung etc.) nicht oder zu spät belangt werden. Bei einem nur auf diesen Aspekt ausgerichtetes System wäre die Kontrolle um einiges effizienter.
Natürlich gibt es wie in (fast) jeder Zukunftsvision eine Rebellengruppe im Hintergrund, über die man aber auch wenig erfährt.
Es bleibt festzuhalten, dass der Plot mit seinen zahlreichen Anleihen bei anderen, meist literarischen Werken oft nicht zu Ende gedacht oder unausgegoren wirkt.
Nichtsdestotrotz ist "Equilibrium" ein guter und interessanter Film geworden, was vor allem an der Inszenierung liegt.
Wimmer wählt einen überzeugenden Spannungsbogen und Pretsons Wandel vom Jäger zum Verfolgten ist nachvollziehbar. Wie auch schon bei "Matrix" wird der Action eine Menge Raum gegeben. Die für den Film entwickelte Kampftechnik "Gun-Kata" ist so abstrus wie cool. Vor allem am Ende bietet der Film einen gelungenen Schusswechsel und einen tollen, schnell geschnittenen Schwertkampf. Genügend Augenfutter ist über den ganzen Film verteilt. Zwar sind die Spezialeffekte in den Weitaufnahmen nicht immer ganz überzeugend, dennoch ist das Setdesign mit den Berliner Bauten, die teilweise an die Nazi-Zeit erinnern, toll in den Film eingearbeitet.
Darüber hinaus agiert Christian Bale cool, aber zeitgleich auch verletztlich und zeigt eindrucksvoll, dass er sowohl ein Actionstar als auch ein ernstzunehmender Schauspieler ist.
Die übrigen Darsteller sind ebenfalls klasse. Sowohl Emily Watson als Sinnestäterin, Angus Macfadyen als Vorsitzender oder Sean Bean in einer kleinen Rolle als Kleriker wissen zu gefallen.
Fazit: Mit einer nur teilsweise überzeugenden und recht vorhersehbaren Geschichte ausgestattet, ist "Equilibrium" doch in erster Linie ein Film für die Sinne, und würde folglich in einem solchen System sofort verboten und verbrannt werden. Vor allem die Actionszenen sind klasse gemacht.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von Ultimate87
Zurück
 |
 |
|