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Equilibrium - Killer of Emotions (2002)
Eine Kritik von McHolsten (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 03.09.2003, seitdem 335 Mal gelesen
Obwohl ich nicht "der" Science Fiction Freund bin, habe auch ich mich nach den vielen positiven Kritiken entschlossen, diese kleine untergegangene Perle zu sichten - und sie schimmert schön schwarz...
...die Zukunft: nach dem dritten Weltkrieg; die Menschheit konnte sich noch einmal berappeln, doch das die Welt regierende System möchte nicht das es noch einmal zu solch Krieg kommt. Daher bekommen alle Menschen "Librium" "verschrieben". Das ist eine Art Droge, die sich jeder Mensch - egal welcher Status oder welches Alter - zu einer bestimmten Zeit am Tag injizieren muss. So bleiben die Gefühle und Emotionen die unser menschliches Zusammenleben erst interessant machen ausgeschaltet. Ebenso sieht es dann auf Erden aus - graue Städte, graue einheitliche Kleidung, Wohnungen kann man eher als Schlafgemach bezeichnen. So ist alles verboten, was an "früher" erinnert: Bilder, Bücher, Schallplatten...wie im dritten Reich wird verbrannt, was gefunden wird. Meist direkt vor Ort, damit sich keiner vom Berg bedienen kann.
Doch wo diese Gegenstände lagern, ist auch meist ein Besitzer. Diese aufzustöbern ist die Sache von den "Klerikern". Die "Kleriker" sind ranghöhere Soldaten quasi. Sie beherrschen eine Kampftechnik, die es ihnen erlaubt mit Massen von Gegnern fertig zu werden, ohne das sie Schaden nehmen. Dennoch kommen sie nie alleine, sondern ein Säuberungstrupp ist ständiger Begleiter. Besondere "Waffe" der Kleriker ist jedoch dessen Kopf: sie haben meist eine Vorahnung was wo liegt oder was wer denkt - dies vereinfacht die Suche nach "Rebellen" schon etwas...doch auch in den eigenen Reihen ist nicht jeder vertrauenswürdig. Als John Preston (der Hauptcharakter gespielt von Christian Bale) seinen Partner beim mitgehen von einem Buch ertappt, weiss er, das er schon bald einen neuen Partner braucht. Denn Abtrünnige sind Verräter des Systems und müssen liquidiert werden. Da man frei von Emotionen ist, kann man auch seinen langjährigen Partner erschießen...als er jedoch morgens beim rasieren seine Dosis Librium fallen lässt und den Tag mal so beginnt, begreift auch er, WARUM sein Partner die Droge abgesetzt hat. Man sieht die Welt mit ganz anderen Augen und man lernt sich selber neu kennen....dies hat eine Menge Konsequenzen für John...und für das System, das er langsam aber sicher versteht und versucht zu unterwandern...
Kewl - der Film macht eine Menge Spaß, was besonders auf die Spezialeffekte und Christian Bale zurückzuführen ist. Denn die Story ist nicht gerade der Neuanfang der Schöpfung. Quasi ein Best-Of aus "Matrix" und "1984", ohne dabei zu plakatieren. "Equilibrium" schafft es den gesamten Film über zu unterhalten, ohne in große Tiefen oder langweilige Parts abzurutschen. Besonders Christian Bale liefert eine absolut überzeugende Darstellung seines Charakters ab, mit dem auch miteifert. Spätestens nach der ersten Schlacht aber weiss man, dass er nicht durch Kugeln sterben kann; zwar ist er nicht unsterblich, aber ein gewisses Kampfgeschick kann ihm nicht abgesprochen werden. Damit kommen wir zum Highlight - den Effekten. Zwar ist der Film kein Dauerfeuerwerk, aber die zahlreichen Kämpfe und Schiessereien sind sehr gut umgesetzt wurden. Zwar keine "Matrix"-Technik die verwendet wird, aber die Choreographie ist dennoch geil!
Zwar ist vieles CGI, aber sieht weit weniger künstlich aus als wie bei "Matrix 2" den die CGI-Effekte eher schwächten. Bei den zahlreichen Schiessereien wurden leider die Blut-FX so gut wie vermieden. Ich finde es einfach nur doof, wenn Leute wie in den alten Western getroffen umfallen. In der 2ten Hälfte jedoch gibt es dafür andere sehenswerte Szenen, in denen z.B. ein Arm lecker gebrochen wird oder mit einer "Nagelpistole" Gesichter zertrümmert werden. Leider auch hier - CGI...somit ist das Blut nicht realistisch, fällt aber dem "normalen" Seher inmitten der Schnitttechnik weniger auf.
Dennoch famos, was hier mit dem geringen Budget gemacht wurde. Die utopischen Stadt-Szenen sehen trotz ihres Aschgraus immer noch düster genug aus, überall schwarzgekleidete Soldaten...also Statisten gab’s jedenfalls ne Menge! :-)
Fazit: Interessante SF-Utopie, die zwar irgendwie bekannt ist, aber dennoch unterhalten mag!
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