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Equilibrium - Killer of Emotions (2002)

Eine Kritik von cheministry (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 08.01.2004, seitdem 362 Mal gelesen


Inhalt:
Die nahe Zukunft; nach dem dritten Weltkrieg. In dem totalitären Staat Liberia werden mittels der Droge Prozium alle Gefühle unterdrückt. So glaubt man, Hass und Kriege eliminiert zu haben. Widerständler (Sinnestäter) werden von den Grammaton Klerikern, so wie auch John Preston einer ist, gejagt und beseitigt. Als sein Kollege als Sinnestäter entlarvt und liquidiert wird, lässt er eine Dosis Prozium aus. Er beginnt zu fühlen...

Die Story erinnert in den Grundzügen stark an "1984" oder "Fahrenheit 451", unterscheidet sich allerdings in der Richtung, die sie im weiteren Verlauf einschlägt. Dazu noch einige Wendungen und der Wille, gegen das System zu rebellieren. Nach dem Motto: Lieber gut geklaut als schlecht selber gemacht; wobei das zu negativ klingt und dem Film ganz und gar nicht gerecht wird!
Mit einem Budget von ungefähr 20 Millionen Dollar inszenierte Regisseur und Autor Wimmer einen kleinen, aber wirklich tollen Film. Zwar sieht man dem Werk bei den SFX stellenweise das niedrige Budget an, doch das stört nicht weiter, ist die Geschichte doch in tolle Bilder verpackt.

Die Atmosphäre ist meist kühl, blasse Farben dominieren in dieser tristen Welt, die doch das Utopia sein soll. Menschen, die wie Zombies umhergehen, riesige Betonbauten mit Bildschirmen, von denen aus "Vater" seine Propaganda in die ausdruckslosen Gesichter schmettert. Überhaupt gibt es viele Anleihen an das Dritte Reich. Angefangen von dem Wahrzeichen, das stark an ein Hakenkreuz erinnert, über die monumentalen Gebäude bis zum kompromisslosen unterdrücken Andersdenkender. Das düstere Licht und die tristen Interieurs tun ihr übriges. Selten kommt mal ein Sonnenstrahl zum vorschein.
Doch auch eine Charakterentwicklung findet statt. Während die "Bösewichter" meist recht eindimensional bleiben, macht Christian Bale (American Psycho) bei der Wandlung vom eiskalten Kleriker zum fühlenden Individuum eine sehr gute Figur. Denn nicht nur vor seinen Arbeitskollegen muss er sich nun verstellen, um nicht beseitigt zu werden, sondern auch vor seiner Familie. Sean Bean (Herr der Ringe) wird schon recht früh verheizt und Emily Watson (Roter Drache) gibt eine gute Nebenrolle. Sie stellt einen wichtigen, emotionalen Gegenpart zu Prestons Charakter dar.
Action gibt's auch, meist kurz und schnell. Der Showdown allerdings ist toll gemacht und man sieht endlich mal was Neues.

Alles wirkt auch sehr durchgestylt, was dem Film oft den Vergleich mit Matrix einbrachte. Was das soll, weiss ich nicht. Schön, es gibt in beiden Filmen schwarze Mäntel, aber das wars dann auch so ziemlich. Die Geschichte ist eine andere, die Schauspieler sind besser und der Film ist nicht von so einem pseudo-philosophischen Schwachsinn durchzogen wie Matrix Reloaded! Punkt.

Die Musik von Klaus Badelt (sehr gut: der Fluch der Karibik Score) ist auf modern getrimmte Klassik. Soll heissen: ab und an drum&bass&guitar, dazu gelegentlich Chöre und klassische Musik. Mir gefällts.

Fazit:
Relativ unbekannter Film, der fälschlich oft ins Matrixfahrwasser sortiert wird. Kurt Wimmer schuf hier eine düstere Zukunftsversion, bedient sich zwar aus Klassikern, setzte ihre Elemente aber geschickt um. Christian Bale ist mal wieder hervorragend, die Optik stimmungsvoll und der Film beweist, dass man für grossartige Werke kein grossartiges Budget braucht!


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