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Stirb langsam (1988)
Eine Kritik von Joy (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 20.06.2002, seitdem 674 Mal gelesen
1987 gelang Regisseur John McTiernan mit "Predator" einer der größten und besten Actionfilme der 80er Jahre. Zudem verfügte er mit Arnold Schwarzenegger über einen Superstar, der zu den größten Actionhelden der Filmgeschichte zählt. Sein Film war intelligent gemacht, sehr spannend, überzeugend getrickst und bot Action vom Feinsten, wenn er auch nur Nervenstarken zu empfehlen war.
Nach "Predator" haben sich natürlich alle gefragt, ob dieser relativ unbekannte Regisseur seinen Actionknaller noch toppen könnte, ob er in der Lage wäre, einen Actionfilm zu drehen, der noch überwältigender und spektakulärer daherkommt. Nur ein Jahr später bewies er, daß er durchaus dazu in der Lage war, denn mit "Stirb langsam" schuf er einen revolutionären, superspannenden und unglaublich wuchtigen Actionkracher, der noch heute seinesgleichen sucht, weil er neben der furiosen Inszenierung auch noch ein vernünftiges Drehbuch und zwei Top-Schauspieler zu bieten hat.
Die Story:
Es ist Weihnachtsabend, der Cop John McClane fliegt von L.A. nach New York, um seine Familie zu besuchen und mit ihnen ein paar schöne Feiertage zu verbringen. Am Flughafen wartet schon Chauffeur Argyle mit einer Limousine auf ihn, um ihn zum "Takagi-Building" zu fahren. Ein fast vierzigstöckiges Gebäude, in dem seine Frau arbeitet. Dort angekommen, sieht er, daß die Party im 30. Stock bereits in vollem Gange ist. Er geht sich frisch machen, als er plötzlich Schüsse hört. Als er die Tür aufmacht, sieht er, wie ein Dutzend schwerbewaffnete Männer die 30 bis 40 Gäste in ihre Gewalt bringen.
Anfüherer der Truppe ist Jack Gruber (im Original Hans Gruber, ein Deutscher!), der die 640 Millionen Dollar haben will, die im Safe als Wertpapiere gelagert sind. Dumm nur, daß er Takagi's Gehirn quer durch dessen Büro schießt, denn so kommt er nicht an den Code und muß den Safe von Hand knacken. Das dauert! McClane ist der Einzige, der entkommen kann. Von der Außenwelt abgeschottet und zunächst völlig auf sich allein gestellt, nimmt er den aussichtslosen Kampf gegen die Übermacht auf!
Soviel zur Story. Diese strotzt sicherlich nicht vor Originalität, aber im Gegensatz zu den vielen Kopien ist "Stirb langsam" keine stumpfsinnige Gewaltorgie geworden, sondern schweißtreibendes, perfekt inszeniertes und unglaublich wuchtiges Actionkino der absoluten Extraklasse, bei dem neben halsbrecherischen Stunts auch viel Wert auf die Spannung und die Logik (soviel wie eben irgendwie möglich) gelegt wird. Beim Zuschauer macht sich schnell eine regelrecht klaustrophobische Stimmung breit, da McClane keinen Kontakt zur Außenwelt hat und nur durch Fahrstuhl- und Lüftungsschächte kriecht.
Nach und nach dezimiert er den Killertrupp und Gruber erkennt schnell, daß er ein echtes Problem hat, mit dem niemand gerechnet hat. Und man kann sagen, daß es selten einem Actionfilm gelungen ist, eine solche Spannung aufzubauen! Gerade durch die Situation von McClane, die völlig aussichtslos zu sein scheint, baut sich eine schweißtreibende Atmosphäre auf. Und es passiert das, was bei den wenigsten Actionfilmen wirklich passiert: der Zuschauer fühlt mit. Man ist so gefesselt von den Geschehnissen, daß man regelrecht mitschießen möchte!
Selten gab es einen Actionhelden, mit dem sich der Zuschauer so identifizieren konnte. Natürlich ist McClane irgendwo ein Superheld, aber er wird erst im Angesicht der schier aussichtlosen Situation zu einem, er wächst langsam über sich hinaus und ist nicht von Anfang an der Superheld.
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