|
 |

Ansicht eines Reviews
Stirb langsam (1988)
Eine Kritik von TobStarr (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 01.09.2010, seitdem 281 Mal gelesen
"Come out to the coast, we'll get together, have a few laughs.."
Der New Yorker Cop John McClane (Bruce Willis) muss über die Weihnachtstage zu seiner Frau Holly (Bonnie Bedelia) nach L.A. reisen. Beide sind auf einer Party von Hollys Firma eingeladen, die in einem neugebauten, riesiegen Wolkenkratzer stattfindet. Die Feierlichkeiten werden jäh unterbrochen, als einige Terroristen das Gebäude stürmen und alle Anwesenden als Geiseln nehmen. Die Bad Guys unter der Führung von Hans Gruber (Alan Rickman) haben es nämlich auf den Tresor des Unternehmens abgsehen, in dem Wertpapiere von mehreren hundert Millionen Dollar liegen. "You want money? What kind of terrorists are you?" Einzig McLane kann entkommen und muss sich nun alleine dem Kampf gegen die Verbrecher stellen...
Was erstmal vielleicht nicht sonderlich bahnbrechend klingt, wird durch das grandiose Drehbuch zu zwei Stunden perfekter Unterhaltung mit Non-Stop Spannung und brettharter Action. Immer wieder kommt es zu neuen Wendungen in der Geschichte, die Charaktere sind bis in die Nebenrollen interessant ausgearbeitet und die super Oneliner (besonders von McClane und Gruber) sorgen für den nötigen Humor, ohne das die Gefahr besteht in eine Actionkömodie abzudriften. Eine derart perfekte Symbiose gelang später nur noch einmal beim Nachfolger und im nicht minder großartigen Last Boy Scout.
Die Hard dürfte (besser müsste) jeder halbwegs filminteressierte Mensch schon mal gesehen haben. Ein Werk wie Star Wars, Terminator oder Indiana Jones, an dem man einfach nicht vorbeikommt. Ein Vorbild (ein Mann kämpft auf engem Raum gegen scheinbar übermächtige Gegner) für unzählige Plagiate, die aber nie die Qualität des Orginals erreichen sollten (am ehesten noch Under Siege).
Anno '88 also wegweisend, bestand der Actionfilm zu dieser Zeit doch ausschließlich aus Muskelbepackten Kampfmaschienen (bspw. Stallone, Schwarzenegger & van Damme) die meist ohne einen Kratzer davon zu tragen, alles gnadenlos niederwaltzten was sich ihnen in den Weg stellte. McClane ist dagegen ein stink normaler Mensch wie jeder andere auch. Er raucht kette, schwitzt wie ein Ochse, blutet oft mehr als die Typen die er fertig macht und wird nur zum Helden weil es eine außergewöhnliche Situation von ihm verlangt. Auch reicht es nicht, einfach durch die Gegner hindurch zu maschieren und einen nach dem anderen niederzumähen. Die Bösen sind nämlich deutlich in der Überzahl und mit erheblich mehr Feuerkraft ausgestattet. Köpfchen ist also auch gefragt und so muss McClane Bomben basteln und seine Gegner in Hinterhalte locken, um Stück für Stück näher zum Obermotz und seiner Frau zu kommen.
Willis, der bis dato eigentlich kaum bekannt war, ist die optimale Besetzung für die Rolle des John McClane. Er gibt seiner Figur die Menschlichkeit, Normalität und Sympathie, die einem John Matrix oder Cobretti völlig abgehen, und die Arnie und Sly sicher auch so nicht transportieren könnten.
Ebenfalls Sahne ist Alan Rickman als Obermacker der Terroristen. Absolut mies, rücksichtlos und zu allem entschloßen. Der Prototyp eines Fieslings:
Takagi: "I'm telling you, you're a just going to have to kill me."
Gruber: "Okay."
Die Nebendarsteller sind ebenfalls alle top und das Schöne ist, dass ihre Rollen wesentlich differenzierter ausgearbeitet sind als sonst üblich in Actionfilmen. Die Terroristen sind nicht bloßes Kanonenfutter, sondern haben Namen und auch familäre Verbindungen spielen eine Rolle. Gut auch, dass alle aus unterschiedlichen Ländern kommen und so viel Abwechselung bringen (blonde deutsche Kampfhühnen, kleine Mexikaner...). Ein schleimiger Reporter missbraucht das Leid der Angehörigen für seine Quote und nimmt dabei keine Rücksicht auf niemanden. Sgt. Al Powell (Reginald VelJohnson) ist ein Buddy wie er im Buche steht und der einzige Bezugspunkt von McClane ausßerhalb des Gebäudes, denn die übrigen Offiziellen sind rücksichtslos, machtfokussiert und nur daran interessiert, vorschriftsmäßig möglichst schnell die Terroristen zur Strecke zu bringen, egal was mit den Geiseln passiert.
Weiterhin lebt der Film von John McTiernans (Predator) klasse Inszenierung. Er kitzelt auch das Letzte aus der intelligenten Geschichte heraus und hält die Spannung vom Anfang bis zum Ende aufrecht. Grandios dabei das erste Aufeinandertreffen von Willis und Rickman oder das Ausschalten der Wachleute im Eingangsbereich.
Die Actionszenen sind auch allesamt eine Wucht und der spätere Regiesseur Jan de Bont (Speed) liefert einige unvergessliche Bilder (McClanes gekraxel durch die Luftschächte). Knallharte Schießereien und Schlägereien, immer mal wieder Explosionen und der Angriff aus und auf einen Helikopter sorgen für ordentlich Abwechslung. Alles ohne irgendwelchen CGI-Firlefanz, sondern schön Oldschool in Handarbeit (okay, einige übergeblendete Explosionen gibts auch).
Viel mehr bleibt dann auch nicht zu sagen. Die Hard ist ein Must-See der Filmgeschichte. Eine Offenbarung, ein Klassiker, ein Film wie er nur alle Jubeljahre mal gemacht wird. Ohne Ende spannend, vollgestopft mit knüppelharter Action, klasse gespielt und mit Onlinern die besser nicht sein könnten (deshalb und weil die Synchro insgesamt etwas missraten ist, unbedingt auch auf Englisch schauen). Der BESTE Actionfilm aller Zeiten.Yippie ka yeah, motherfucker! (10/10)
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von TobStarr
Zurück
 |
 |
|