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Schatz zum Verlieben, Ein (2008)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 13.12.2008, seitdem 727 Mal gelesen
Um den Erfolg von „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen“ zu wiederholen, brachte man die Stars des Films anno 2008 für „Fool’s Gold“ erneut zusammen – der allerdings sowohl kommerziell als auch qualitativ merklich schlechter abschnitt.
Angesiedelt ist das stark an „Into the Blue“ erinnernde Treiben im Schatzsuchermilieu, wo sich Benjamin ’Finn’ Finnegan (Matthew McConaughey) mehr schlecht als recht durchschlägt, auf der Suche nach einem sagenumwobenen, gesunkenen Schiff – natürlich mit reichlich Gold an Bord. Allerdings versenkt er durch Unachtsamkeit sein Boot und hat daher sichtlichen Stress mit seinem Auftraggeber: Dem kriminellen Big Bunny (Kevin Hart). Die Tatsache, dass quasi alle Bösen schwarz und quasi alle Guten weiß sind, könnte man zwar als Rassismus auslegen, aber gleichzeitig wirkt „Fool’s Gold“ dermaßen naiv und harmlos, als habe man dies nie intendiert.
Sein Frau Tess (Kate Hudson) hingegen lebt getrennt von ihm, will endlich ihre Archäologiekarriere beginnen, die sie seinetwegen vernachlässigte, und arbeitet derweil auf der Yacht des Millionärs Nigel Honeycutt (Donald Sutherland). Auf einer Insel lässt sie sich scheiden, natürlich kommt Finn zu spät zur Verhandlung und sie kriegt Anspruch auf sein nicht mehr existentes Vermögen. Es hat fast schon Screwball-Ausmaße, wie man diesen Part inszeniert.
Der windige Finn schafft es jedoch Nigel und dessen naiv-dümmliche Tochter Gemma (Alexis Dziena) um den Finger zu wickeln, damit sie seine weitere Schatzsuche finanzieren – immerhin machte er kurz vor Sinken seines Bootes einen wichtigen Fund...
„Fool’s Gold“ ist quasi eine Abfolge von Konfrontationen: Finn gegen Tess, die beiden gegen die rivalisierenden Schatzsucher, die Crew um Finn gegen seinen fiesen Ex-Boss. Man zankt sich, doch gerade die herberen Streitigkeiten bleiben trotzdem noch familienfreundlich, denn immerhin ist man hier ja bei Disney. Insofern fällt großartige Action direkt unter den Tisch, der eine oder andere nette Stunt ist mal zu bewundern, aber insgesamt verlässt sich der gemächlich dahinplätschernde Film mehr auf die Wirkung der tropischen Locations, die man in bester Postkartenästhetik einfängt.
Das reicht jedoch bei weitem nicht, um „Fool’s Gold“ über seine Länge von 108 Minuten zu tragen. Es fehlt an Plotwendungen, fast schon ereignislos reiht man die Reibereien aneinander und man hat das Gefühl, Indiana Jones habe den Schatz in 20 Minuten finden können, wo sich die Helden hier dermaßen abrackern. Gleichzeitig nervt Gemma maßlos, nur hin und wieder ist die als Parodie als Girlies der Marke Paris Hilton gedachte Figur mal wirklich witzig, und Klischeefiguren wie die beiden schwulen Köche beanspruchen des Zuschauers Nerven schon ziemlich.
Dabei hat „Fool’s Gold“ durchaus gute Szenen, teilweise sogar wirklich witzige Momente, gerade dann wenn sich das ungleiche Paar gegenseitig angiftet. Auch die erwähnte Anfangssequenz mit dem sinkenden Boot ist schöner Slapstick, doch leider driftet „Fool’s Gold“ viel zu oft die Gewässer des flachen Klamauks ab, der aber nicht lustig ist – egal wie oft sich irgendwelche Leute an irgendwelchen Objekten den Kopf stoßen. Die Albernheiten killen dann auch die romantischen Gehversuche des Films, zumal eh klar ist, dass das zerstrittene Paar erneut zusammenkommen wird.
Leider scheinen nicht nur Regie und Drehbuch zu denken, dass schöne Menschen in schöner Umgebung ausreichen, auch bei einigen Darstellern scheint sich der Glaube breit gemacht zu haben. Matthew McConaughey gibt einfach die durchtrainierte Grinsebacke und auch Alexis Dziena versucht kaum zu spielen. Kate Hudson strengt sich da deutlich mehr an und kann wirklich punkten, während Donald Sutherland eh wunderbarer Support ist. Der Rest vom Fest schlägt sich mehr oder minder solide, Nebenrollengold ist noch Ray Winstone als ehemaliger Schatzsuchermentor des Paares.
„Fool’s Gold“ ist gelacktes, harmloses Simpelkino, das mit wenig Plot, aber möglichst großer Familientauglichkeit dahinschippert. Das Karibikflair ist nett, ein paar nette Stunts oder gute Witze bessern die Stimmung gelegentlich, aber insgesamt bleibt ein Filmchen, das reichlich belanglos und langweilig ist – „Fool’s Gold“ erleidet Schiffbruch, trotz der Anstrengungen von Hudson, Sutherland und Winstone.
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