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Dobermann (1997)

Eine Kritik von Dezibel (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 17.06.2002, seitdem 929 Mal gelesen


Wow! Wieder mal ein Stück erstklassiger Film aus Frankreich! Bitterbös und gespickt mit dem schwärzesten an Humor und Dialogen kommt dieser Film daher, der ganz klar in Richtung Tarantino zielt. Treffen tut er nicht ganz,, was aber nicht weiter wild, aber dazu später mehr.

Schon von Anfang an besticht der Film nicht nur durch die unglaubliche "Coolness" seiner Charaktere die so herrlich überzeichnet sind das es einem immer wieder einen immer wieder schmunzeln läßt, sondern mindestens genauso durch den ebenso eiskalten Schnitten und Szenen. Alleine die erste Szene in der Kirche mit dem Doberman ist eine kleine filmische Meisterleistung, weil schlichtweg "zu cool". Und es geht auch so weiter, immer wieder beweist der Regisseur sein Talent für neuartige Aufbauten, Kamerafahrten und Übergänge (besonders die Szenenübergänge sind teilweise erstklassig gelungen und sorgen für den einen oder anderen Lacher!) sowie eine geniale Gesamtoptik! Man merkt von Anfang an das man es nicht mit einer Hollywood-Produktion zu tun hat, sondern mit einm Film aus den momentan innovativsten Land der Filmwelt: Frankreich, die immer wieder für eine Abkehr von althergebrachten Schnittmuster und Vorgaben stehen!

Vincent Cassel und der Rest der Psychopathen-Bande spielt wie oben bereits erwähnt herrlich überzogen und weiß voll und ganz zu überzogen! Zusammen stolpern sie von einem Gewalt-Exzess in den anderen untermalt mit harten und treibenden Technobeats. Man mag dem Film zuviel sinnlose Gewalt vorwerfen, aber er ist nichts weiter als eine rabenschwarze Komödie die stellenweise so bitterböse ist das es sicher einigen Mortalverfechtern sauer aufstoßen wird. Gut so! Der Film will auch nicht in dieser Liga spielen.

Was bleibt ist ein Kleinod das neuen Gangsterfilms der mit abgedrehten Dialogen, ausgeflippten Charakteren, harter Action und genialer Regiearbeit zu überzeugen weiß! Genießt den Streifen, selten trifft man auf einen Streifen der so aus der Reihe tanzt und dem Rest den gestreckten Mittelfinger zeigt. Weg von allen Tabus und erhobenen Zeigefingern und der Verpflichtung einem tieferen Sinn in allem zu suchen.

Was diesen Streifen allerdings von dem Meisterwerk eines Tarantinos ala Reservoir Dogs (hey, ist da keine sinnlose Gewalt und Shoot-Outs?) oder Pulp Fiction fehlt ist die doch etwas schwächere Dilaog-Arbeit die mehr auf Humor setzt und der etwas fehlende Tiefgang der Charaktere, da machen sich dann die Tarantino-Qualitäten doch schon bemerkbar. Was bleibt ist auf jeden Fall ein erfrischend "anderer" Film der einfach Spaß macht und den man meiner Meinung nach gesehen haben sollte, der aber immer noch vollkommen zwiegespaltene Meinungen hervorbringt: Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn...


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