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Dobermann (1997)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 13.01.2009, seitdem 533 Mal gelesen


Das war leider nichts…13.01.2009

Der Film ist mit dem von mir gleich schlecht bewerteten „Natural Born Killers“ zu vergleichen. Hier wie dort tobt sich die Regie mit allerhand Stilmitteln und Mätzchen aus, verabschiedet sich dabei aber von einer echten, Sinn machenden Geschichte. Man darf Regisseur Kounen sicher nicht vorwerfen, sein Metier nicht zu verstehen, denn er hat alles im Täschchen, was der moderne Film so braucht: interessante Kamerafahrten, Split-Screens, handgemachte Effekte…aber Stil ersetzt nun mal nicht den Inhalt. Man weiß nicht so recht, was der Film eigentlich soll, wenn man ihn bis zum Ende gesehen hat. Es fehlen Motive, Spannung, Handlungsbogen, Höhepunkt, eigentlich alles, was eine gute Geschichte ausmachen sollte. Dafür sehen wir öde Charaktere, die irgendwie cool wirken sollen, leider aber nur leeres Gewäsch absondern…

Der Dobermann ist ein berüchtigter Gangster, skrupellos, immer in Begleitung seiner tauben Freundin und einiger Schergen. Sein Geld verdient der Mann mit Raubüberfällen, bei denen es durchaus blutig zugehen darf, der Mann geht über Leichen, und die französische Polizei ist machtlos. Nur ein einsamer Inspektor mit seinem Gehilfen bleibt dem Mann auf den Fersen, schreckt dabei selbst nicht vor Folter und Mord zurück, es wird halt alles dem großen Ziel untergeordnet. Schließlich, nach einem besonders dreisten Mehrfachüberfall, kommt es zum Showdown in einer Großdisco, doch wenn wir hier der Ordnungsmacht den Sieg wünschen, liegen wir auf der falschen Seite…es sind halt alle böse, und daher muß es Kollateralschäden geben.

Nein, das ist von vorn bis hinten nichts, und wenn der Film nicht zwei ganz ordentlich gemachte Actionsequenzen hätte, würde ich von Totalausfall sprechen. Man interessiert sich einfach nicht für das Schicksal aller Beteiligten, die austauschbar sind, zynisch und einfach nur böse. Es geht auch nicht sehr spannend zu, dafür regiert die Grimasse, und das übertriebene Chargieren ist etwas, für das die Darsteller Lohnabzüge bekommen müßten. Sogar der ansonsten von mir sehr geschätzte Herr Karyo ist hier eher unerfreulich anzusehen, denn seine Rolle ist zu fies, um Sympathien zu erzeugen. Fies wie alle, der Blutzoll spielt keine Rolle, und manche Szene, die witzig gemeint ist, geht einfach nur nach hinten los. Muß man nicht haben…4/10.


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