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Dobermann (1997)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 30.08.2003, seitdem 2146 Mal gelesen


Schräger, grotesker, aber unterm Strich inhaltsleerer und sinnloser Genremix aus Frankreich im Stile Tarantinos.
Yann Le Pentec (Vincent Cassel) wird nur Dobermann genannt. Er ist ein skrupelloser Gangster, der schon als Baby eine Waffe geschenkt bekam und mittels möglichst großer Wumme Geldtransporter usw. ausräumt. Schon der Anfang fällt durch den extrem seltsamen Humor und die schräge Optik auf, was recht gelungen ist, aber teilweise zu überzogen.
Der Dobermann plant mit seiner tauben Freundin Nat (Monica Bellucci) den großen Coup, weshalb er eine ganze Horde ähnlich Bekloppter anreisen lässt, um das Ding zu drehen. Nebenbei werden noch möglichst großkalibrige Wummen besorgt und ein Plan ausgetüftelt. Das Ganze erinnert arg an Tarantinos Films, allerdings wirkt die Planung des Coups wie eine lästige Etappe und nicht wie eine Klimax.

Doch die Polizei schläft nicht und überwacht Dobermann und seine Kameraden, allen voran der fiese Inspecteur Sauveur Cristini (Tcheky Karyo), der für die Verhaftung der Gangster sogar über Leichen geht. Dobermann kann seinen großen Coup durchziehen, doch Christini ist ihm von da an besonders dicht auf den Fersen...
Besonders großes Ärgernis an „Dobermann“ ist die Tatsache, dass hier gar keine wirkliche Geschichte erzählt wird, sondern mehr eine Abfolge von Szenen, die der Regisseur für besonders cool hielt. Doch so kommt null Spannung auf, die Charaktere bleiben komplett oberflächlich und cool ist auch nicht alles davon. Sicherlich als gelungen kann man die Optik und die Kamera betrachten, die sehr schräg sind. Doch leider schwankt der Plot zu sehr zwischen Humor, Gangsterfilm, ein wenig Thrill, ein wenig Action usw.
Weiterhin negativ ist der extreme Sadismus des Films. Einige Szenen gehen als witziger, schwarzer Humor durch, aber an andere Stelle wirkt „Dobermann“ einfach nur noch menschenverachtend und platt. Das Fehlen einer Story hebt diesen negativen Aspekt dann auch noch besonders heraus.

Dennoch hat „Dobermann“ ein paar gelungene Szenen zu bieten: Teilweise ist der Humor doch noch gut, vor allem im ersten Teil des Films, wenn das Geschehen noch nicht ganz so krank daherkommt. Auch zumindest die zwei Actionszenen des Films (Coup, Discoballerei) sind recht gut gemacht und nett inszeniert. Doch leider kann das den Mangel an Story, Spannung und Feingefühl kaum ausgleichen.
Die meisten Darsteller in dem Film geben die ausgefallenen Gipsbirnen recht schrill, aber ohne echtes Können, so dass einem die Figuren am Arsch vorbeigehen. Lediglich Tcheky Karyo ist mal wieder genial fies, aber unterm Strich eine Verschwendung seines Talent in diesem Machwerk.

Unterdurchschnittlicher Tarantino-Verschnitt aus Frankreich, der recht unbeholfen an der mäßigen Mischung aus Gewalt, Humor und abgefahrenen Dialogen scheitert.


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