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Die Folterwelle schwappt momentan über, da wäre es doch mal nett, mal wieder einen handfesten Slasher in die Hände zu bekommen. Zwar geht es in diesen Filmchen auch nur selten harmlos zu, doch zumeist wird in Slashern ja nicht gefoltert, sondern es geht meist sofort daran, den Opfern das Licht ausschalten und das möglichst kreativ. Mit "Butchered" haben wir so einen Film, der vor allem mit einer innovativ wirkenden Inhaltsangabe lockt, die neben Slasherspaß auch einiges Rätselraten verspricht. Doch nach Sichtung wird nur allzu schnell deutlich, dass wir es wieder mit einem Slasher unter vielen zu tun zu haben, der aus seiner durchaus netten Grundidee kaum etwas macht.

Die Geschichte selbst könnte nämlich durchaus Spaß machen, würde sie sich wirklich so konsequent durch den Film ziehen, wie man es beim Lesen des Inhaltes erwarten kann. Es geht um eine Gruppe von Jugendlichen, die in einem verlassenen Hochhaus eine Party feiern. Einige von Ihnen werden im Laufe des Abends per SMS in eines der unterliegenden Stockwerke gelockt, wo angeblich eine VIP-Party auf sie wartet. Dort angekommen finden sie schließlich einen Zettel, der sie in ein anderes Zimmer lockt, in dem ein Schweinekopf hängt, ebenfalls mit einem Zettel im Maul. Der Rätsellei schon bald verfallen ahnen sie nicht, dass noch ein mysteriöser Gast auf dem Flur verweilt und die blutige Jagd beginnt... Tja, wenn man sich den Inhalt so anschaut könnte man wirklich meinen, es mal mit einem etwas anderen Slasher zu tun zu bekommen. Zwar sicher nicht unbedingt mit einem sonderlich Innovativem, aber eben doch mal etwas leicht anderes, als der sonst übliche Ablauf dieser Filme. Das das Ganze dabei unlogisch ist bis zum geht nicht mehr, würde einen da gar nicht einmal so stören.

Eher die höllisch unsympathischen Figuren gehen einen schon von Anfang an gegen den Strich. Denn sie bedienen hier wirklich jedes Klischee, dass man schon aus so wahnsinnig vielen Filmen dieser Art kennt. Natürlich sind sie alle Naiv, natürlich sind sie alle Sexbessesen und natürlich labern sie allesamt derart viel Dünnpfiff zusammen, dass man damit locker zwei Toiletten verstopfen könnte. Hier gibt es wirklich keinem dem man das Überleben gönnt. Auch nicht dem Killer, der einem hier derartig blödsinnig zusammengeschustert daherkommt, dass man eher über ihn lacht, als das man sich vor ihm fürchtet. Die Charaktere sind also allesamt nicht der Reede wert.

Aber die ersten 20 Minuten des Films versprechen eigentlich dennoch, trotz der Charaktere-Schwäche, gute Unterhaltung. Denn man könnte eine Zeitlang wirklich meinen, dass die Teenies ihrem Killer auf den Leim gehen, in dem sie den mysteriösen Hinweisen folgen, die gar nicht einmal so misskonzeptiert wirken. Am Anfang macht das Rätseln, wenn auch nicht unbedingt auf einem schwierigem Niveau, durchaus Freude. Und auch die Frage nach dem der hinter dem Killer steckt ist durchaus vorhanden.

Doch es dauert nicht allzu lange und die Rätselraterei ist vorbei und der Film verkommt zu einem Slasher, der wieder derart streng in die üblichen Fußstapfen tritt, dass es einem ganz weh tut, da von nun an so etwas wie Spannung völlig passe ist. Nein, man langweilt sich sogar spürbar zu Tode, wenn die Figuren plötzlich wieder all die falschen Dinge machen, die ihre Vorgänger aus anderen Filmen auch schon gemacht haben. Zumal alles mit einer derartigen Trägheit in Szene gesetzt wurde, dass man sich nicht wundern muss, wenn einem plötzlich die Augen zufallen. Zwar blitzen dazwischen dann ein paar hübsche Morde auf, die dann auch durchaus heftig ausgefallen sind und dem inneren Gore-Freak wenigstens etwas besänftigen, aber wirklich viel retten können sie trotzdem nicht.
Abgerundet wird das maue Treiben dann noch von den Darstellern, die allesamt noch unter Slasher-Niveau agieren dürften. Kennen tut man sie alle nicht, möchte man aber auch gar nicht, wenn man ihnen dabei zusieht, wie sie hier durchs Bild spazieren. Etwas bessere Leistungen sind da selbst bei Slashern durchaus drin!

Fazit: Müder Slasherversuch, der mit einer interessanten Inhaltsangabe lockt, dann aber doch nur die übliche Metzelware zeigt, welche aufgrund ihrer furchtbaren Charaktere und der tristen Inszenierung aber selbst den nimmersattesten Slasherfreund nicht zufrieden stellen dürfte. Freunde gepflegter Folterfilmchen alla "Saw" haben ebenfalls nicht viel daran und Freunde von atmosphärischem Horror erst recht nicht. Somit durchaus wieder ein Film, den man in den Regalen der Videothek verstauben lassen darf!

Wertung: 4/10 Punkte

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