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Prom Night - Eine gute Nacht zum Sterben (2008)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 31.01.2012, seitdem 67 Mal gelesen


In der Szene gilt das Original aus dem Jahr 1980 als wegweisender Slasher, manchmal fällt sogar die Bezeichnung Kult. Und obwohl ich wirklich ein Fan von Slashern bin, kann ich dem nicht beipflichten. Er ist genauso durchschnittlich wie das Remake, wobei das Original auf atmosphärischer Ebene die Nase eindeutig vorne hat. Aber eigentlich haben beide Filme nur noch den Titel "Prom Night" gemein und den Abschlussball wo ein Killer umgeht. Der Rest wurde geändert und der größte Fehler war wohl, das Geschehen in ein Luxushotel zu verlegen, wo es Regisseur Nelson McCormick (Primal Force, Stepfather) unheimlich schwer fällt eine bedrohliche Stimmung zu erzeugen. Das liegt auch daran, dass man den Killer von Anfang an sieht. Und mal ehrlich, Johnathon Schaech (Road House 2, Takers) als Psycho, das will einfach nicht passen.
Gedreht wurde diese 18 Millionen Dollar Produktion sogar in Los Angeles im bekannten Biltmore Hotel. Und beim Score fährt man richtig große Geschütze auf, denn unter anderem hört man Rihanna, Timbaland, Keri Hilson und auch die deutsche Boygroup Tokio Hotel.

Vor zwei Jahren ermordete der Lehrer Richard Fenton (Johnathon Schaech) die Familie der Schülerin Donna Keppel (Brittany Snow). Nun hat Donna die Sache größtenteils verarbeitet und freut sich auf den heutigen Abschlussball, die sogenannte "Prom Night". Völlig ahnungslos, dass Fenton aus der psychatrischen Anstalt entflohen ist, feiert sie mit ihren Freunden ausgelassen. Doch Fenton befindet sich bereits in der Nähe und seine krankhafte Liebe zu Donna lassen ihn schlimme Dinge tun. Nur Detective Winn (Idris Elba) kann den Irren jetzt noch aufhalten.
Über Fentons Flucht aus der Anstalt hüllt sich der Film in Schweigen, genauso wie er genau wusste, wo die "Prom Night" stattfindet. Das nächste sind die austauschbaren Jungcharaktäre, die immerhin etwas erwachsener ausfallen, als sonst. Trotzdem gibt es wieder diverse Streitereien und alle fünf Minuten rennt ein anderer auf sein Zimmer, um schön von Fenton gekillt zu werden. Der hat nämlich ein kleines Messer mitgebracht und sticht damit wie besessen auf seine Opfer ein. Ob Hotelpersonal oder Schüler, keiner wird verschont, dennoch bleibt der Bodycount sehr überschaulich. Und so unblutige Morde wie hier hat man schon lange nicht mehr gesehen, Fenstons Messerstiche werden mit kleinen roten Punkten auf den Klamotten der Darsteller aufgezeigt, manchmal darf auch ein wenig Blut an die Wand spitzen, doch im Endeffekt wird kein Mord richtig gezeigt.

Auch beschäftigt sich der Film nur teilweise mit Fenton und seiner Dezimierung, sondern größtenteils mit Detective Winn und dessen Sicherheitsmaßnahmen, die natürlich alle versagen. Trotz der Lauflänge von gerade mal 85 Minuten beinhaltet "Prom Night" etliche Längen, wobei die wenigen Morde einigermaßen vorbereitet wurden. Ein wenig Grusel kommt schon auf, doch wenn der Täter von Anfang an feststeht und man immer weiß wer als nächster den Löffel abgibt, ist es für McCormick teilweise unmöglich einen vernünftigen Spannungsbogen zu kreieren. Desweiteren ist das Set nicht unheimlich genug, obwohl man das Finale in Donnas Haus verlegt. Dieses fällt leider extrem kurz und unspektakulär aus, auch wenn die Spannung hier sogar mal das durchschnittliche Niveau erreicht.
Hauptdarstellerin Brittany Snow (Der Babynator, Hairspray) spielt ihre klischeeträchtige Rolle recht solide, bleibt aber wie das restliche Junggemüse zu austauschbar. Schaech kriegt die Rolle des Killers einfach nicht gebacken, hier wäre es tatsächlich besser gewesen, man hätte ihm irgendeine Maske gegeben.

Das Remake spricht die junge Fraktion an, doch alle über 12 Jahre wird "Prom Night" völlig kalt lassen. Er ist vorhersehbar, bedient sich jeglicher Klischees des Genres und hat einige Durchhänger zu verzeichnen. In den Morden wird aufgrund des PG-13 Ratings um jede Gewalt herumgefilmt, ein paar solide Gruselmomente sind McCormick aber gelungen. Optisch ist das Ganze ordentlich inszeniert, der Soundtrack klingt gut, die Darsteller sind für Slasherverhältnisse passabel.


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