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Machine Girl, The (2008)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 18.12.2008, seitdem 514 Mal gelesen


Die Japaner sind ein seltsames Volk…17.12.2008

Wo sonst außer im japanischen Kino könnte man ein Schulmädchen sehen, welches mit einer Art Maschinengewehrarm blutige Rache nimmt? Eben, nirgendwo, vielleicht noch in irgendeinem Hongkong Cat. III Streifen wie ehedem die legendäre „Story of Ricky“. Aber der Rest der Welt ist für diese Art des Filmemachens nicht geschaffen, denn es geht einfach blutig, seltsam und völlig überzogen zu, und das schlägt dem ahnungslosen Betrachter nicht etwa auf den Magen, sondern nervt einfach nach einer Viertelstunde. Hier zeigt sich auch, daß Schein nicht alles ist und die Form nicht den Inhalt bestimmt, sondern eher dazu da ist, vom völligen Fehlen einer auch nur annähernd sinnvollen und ausgefeilten Story abzulenken. Das hat schon bei „Versus“ nicht sonderlich gut funktioniert, und auch hier werden die gleichen Fehler gemacht – keine echte Story, öde Schauplätze und völlig übertriebene Grimassen seitens der Darsteller, das alles angereichert mit Fontänenblut im Stil von „Shogun Assassin“ – und auch den fand ich nicht gut.

Hier sehen wir das Schulmädchen Ami, welches mit dem jüngeren Bruder Yu nach dem Tod der Eltern ein bescheidenes Leben lebt. Doch Yu ist im Konflikt mit einer Jugendbande, angeführt vom Sohn eines Yakuzachefs aus dem Hantoriclan. Yu wird umgebracht, auch sein Kumpel Takeshi stirbt. Natürlich will Ami Rache, doch der erste Anlauf scheitert und führt zu Armverlust. Und nun der große Auftritt von Miki, Takeshis Mutter, die zusammen mit Ami einen zweiten Anlauf unternimmt, und diesmal ist man erfolgreich, auch aufgrund der unglaublichen Prothesen, die an Amis Armstumpf passen. Viel Blut fließt, seltsame Gegner tauchen auf, die aus einem Comic stammen könnten, und auch die Bewaffnung der Yakuzamutter ist durchaus zum Schmunzeln geeignet – aber all das bewahrt nicht vor dem häufigen Gebrauch der Vorlauftaste.

Zu übertrieben sind die Gewalteinlagen, da spritzt aus Fingerstümpfen literweise Blut, Körper werden enthäutet oder geteilt, das aber leider auf einem sehr unterschiedlichen technischen Niveau. Und es gibt so viele Logikfehler…der Bohrer-BH beispielsweise führt zu klaffenden Wunden, die wundersamerweise sogleich heilen, ein Mann mit zehn langen Stahlnägeln im Kopf lebt problemlos weiter und so fort, und so fort. Das alles wäre hinnehmbar, aber die wirklich grausigen Darstellerleistungen – allen voran der Yakuzachef samt Sohn – rauben dem Betrachter den letzten Nerv. Da wird grimassiert und chargiert, daß es eine wahre Qual ist, und man merkt, daß das ohnehin kleine Budget in die Effekte geflossen ist, deren Sinnlosigkeit nur für Verwunderung und Kopfschütteln sorgen. Nein, ich bin kein Freund solcher beinahe schon als Amateurproduktion zu bezeichnenden Filme, ich möchte unterhalten werden und nicht Lebenszeit verschwenden. Ganz schlecht ist der Film nicht, wer abseitiges sehen will, ist gut bedient, mir aber gefällt das japanische Kino zusehend weniger – noch ganz knappe 5/10.


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