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Carriers (2009)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 02.09.2010, seitdem 188 Mal gelesen


Die beiden Spanier Álex und David Pastor schufen mit ihrem "Carriers" ein Alptraumszenario, leider ohne Anfang und mit offenem Ende. Letzteres ist ja noch zu verkraften und man kommt schnell zu dem Entschluss, dass die Beiden aus dieser Idee wesentlich mehr hätten rausholen können. Das Debüt der beiden Brüder erntete auf dem Fantasy Filmfest 2009 jedenfalls viele wohlwollende Kritiken und dank der kurzen Laufzeit braucht sich der Zuschauer um Längen keine Sorgen zu machen.

Ein mysteriöses Virus rafft die gesamte Menschheit dahin, die Brüder Brian (Chris Pine) und Danny Green (Lou Taylor Pucci) sind mit ihren beiden Freundinnen Bobby (Piper Perabo) und Kate (Emily VanCamp) auf der Flucht vor der Epidemie. An einem kleinen Strandhotel am Ozean, wo sie schon oft zusammen in Urlaub waren, wollen sie warten bis das Virus zerstört ist oder man ein Gegenmittel gefunden hat. Doch ihr Glück wehrt nicht lange, denn plötzlich ist einer von ihnen infiziert und jegliche Begegnung mit anderen Menschen enden in einer Katastrophe. Das Quartett gerät schon bald an die Grenzen der Menschlichkeit, denn wie weit sind sie bereit zu gehen, um ihr Ziel zu erreichen.

Dieses Endzeitszenario ist gar nicht mal so abwegig, denn wir Menschen sind wirklich machtlos gegen Viren. Es gibt lange nicht für alles ein Heilmittel und meist breiten sich neue Krankheitserreger trotz penibler Sicherheitsvorkehrungen rasend schnell aus. "Carriers" lässt eine Einleitung gleich ganz sausen, das Virus hat den Großteil der Bevölkerung schon vernichtet. Auf jegliche Erklärungen muss man dabei verzichten, leider bleibt auch das Überleben unserer vier Hauptcharaktere ziemlich unrealistisch. Man trägt zwar oft einen Atemschutz und hat einige Liter Desinfektionsmittel dabei, doch das Virus ist so leicht und schnell übertragbar. Da müsste besonders Brian schon längst infiziert sein, er hat ja schließlich geholfen Massengräber auszuheben für die ganzen Leichen. Doch sieht man darüber hinweg steht man vor dem nächsten Problem. Die vier Charaktere sind dem Zuschauer nicht sympathisch genug, zudem erfährt man zu wenig über sie. Ihr Schicksal geht dem Zuschauer daher kaum nahe. Was die Pastor-Brüder jedoch wirklich gut in den Fokus rücken, sind die menschlichen Gefühle. Wie verhält sich ein Mensch wenn sein Leben in Gefahr ist und wie weit wird er gehen um sein Leben zu retten. Der Mensch kann wahrlich eine Bestie sein und genau die kommt hier offensichtlich zum Ausdruck, wenn man die Personen die man liebt, einfach ihrem Schicksal überlässt.

So fährt unsere kleine Gruppe stets über verlassene Strassen, Orte sind komplett leergefegt, überall ist es totenstill. Das verursacht dem Zuschauer schon ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Die unheimlichen Sets verfehlen ihre Wirkung nicht, besonders die Szene in diesem sporadischen Krankenhaus wirkt beklemmend. Natürlich begegnet man auf der Reise auch anderen Personen, was jedoch grundsätzlich ein trauriges Ende nimmt, denn jeder misstraut hier jedem. So schießt man zwei Menschen über den Haufen, nur um an ein bisschen Benzin zu gelangen. Die tragischen Momente haben die Gebrüder Pastor wirklich gut herausgearbeitet. Doch man wünscht sich einfach, dass die Gruppe besser miteinander harmoniert. Stattdessen hagelt es andauernd nur Streitereien und auch die Verwandlung des eigentlich verweichlichten Danny zu einem gnadenlosen Mörder wirkt unglaubwürdig. So hält "Carriers" den Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei der Stange, ohne dabei eine durchgehende Bedrohung auszustrahlen. Bei den Darstellern kommen gemischte Gefühle auf, besonders Piper Perabo (Coyote Ugly, Im Dutzend billiger) bleibt weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, während Chris Pine (Star Trek, Smokin´Aces) noch von allen den besten Job macht. Um richtig zu überzeugen, mangelt es den Figuren einfach an Tiefe.

Die Pastor Brüder erzeugen ein beklemmendes Endzeit Szenario, arbeiten jedoch die Charaktere sehr schlecht heraus. So fiebert man als Zuschauer nur bedingt mit, wobei "Carriers" schon seine Momente hat. Aber es mangelt an einer kontinuirlichen Bedrohung, weswegen der Film zwar nicht scheitert, aber es fehlt das gewisse Etwas. Trotzdem kann man mit einer Sichtung nicht viel falsch machen, das Potential wurde allerdings nicht ausgeschöpft.


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