Ansicht eines Reviews

Mann für alle Unfälle, Ein (2008)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 19.07.2008, seitdem 876 Mal gelesen


Judd Apatow werkelt aktuell an vielen Komödien mit, die wahren Apatow-Werke sind an sich jedoch jene, die er mit alten Bekannten von „Freaks & Geeks“-Crew stemmte. Eine Art Sonderfall stellt dabei jedoch „Drillbit Taylor“ dar.
Denn die Apatow-Produktion kommt ohne „Freaks & Geeks“-Darsteller aus und hat nicht die Sympathie für seine Figuren wie sie „Jungfrau (40), männlich, sucht...“ oder „Forgetting Sarah Marshall“ haben, ist jedoch immerhin zum Teil von Apatow-Buddy Seth Rogen verfasst. Dementsprechend wirken die Hauptfiguren wie verjüngte Versionen aus Seth Rogens Herzensprojekt „Superbad“: Der schmächtige, schüchterne Wade (Nate Hartley), der laute, dicke Ryan (Troy Gentile) und der freakige Emmit (David Dorfman).
An sich haben sich die drei auf ihren ersten Tag in der High School gefreut, doch die Freude lässt schnell nach, denn von den Schulbullys werden sie Lieblingsopfern erkoren. Da weder Anschwärzen beim Rektor noch Ausweichen funktionieren, sehen die drei nur eine Möglichkeit: Einen Bodyguard zu engagieren. Nach einem amüsanten Casting (u.a. mit einem Gastauftritt von Adam Baldwin) entscheiden sich die drei für Drillbit Taylor (Owen Wilson).

Jedoch wissen die drei nicht, dass Drillbit ein geldgieriger Halunke ist, der nur eine Chance sieht die Kinder auszunehmen. Zudem ist Drillbit ein ziemlicher Aufschneider und kaum in der Lage die drei zu beschützen...
„Drillbit Taylor“ ist ein eigenartiger Mix, der stets zwischen erfreulich menschelnd und peinlich schwankt. Leider fallen diverse Szenen mit Drillbit in letztere Kategorie, gerade das angebliche Training mit den Kiddies wirkt platt, ausgewalzt und unlustig. Sein Undercovereinsatz als Lehrer ist schon amüsanter, wunderbar hingegen seine Einführung in die Geschichte und sein Voiceover gegen Ende des Films. Die humoristischen Höhepunkte haben jedoch meist die Kids zu verzeichnen, z.B. das nächtliche Telefongespräch zu Beginn des Films, die Szenen beim Direx (mit schönen Seitenhieben auf Erziehungsmethoden) oder die absolut fantastische Rap-Battle.
Leider ist nicht nur die Qualität des Humors schwankend, auch in anderer Beziehung ist „Drillbit Taylor“ nicht ganz stilsicher. So wirkt Drillbit mit seiner eiskalten Art die Kinder auszunehmen so unsympathisch, dass die spätere Läuterung doch wenig überzeugend wirkt – zumal einem derartige Geschichten (vor allem im Komödienfach) wirklich zum Halse heraushängen. Dass ausgerechnet die Titelfigur ein so großes Problem des Films ist, spricht leider nicht so wirklich für ihn, zumal auch dramaturgisch nicht alles rund läuft. „Drillbit Taylor“ ist ein wenig zu lang geraten und die einzelnen Abschnitte des Films wirken leider etwas episodenhaft.

Auf der anderen Seite besitzt „Drillbit Taylor“ jedoch einen schwer zu beschreibenden Charme, der für viele der Schwächen entschädigt. Vor allem die ungeheure Sympathie, die das Script Wade und Ryan entgegenbringt, macht den Film stets sehr sympathisch. So wirkt die Geschichte der Jungs, die davon handelt, dass man auch mal für seine Ziele aufstehen muss, selbst wenn man dabei einstecken muss, wesentlich runder als Drillbits Läuterung. Gerade das überraschend rabiate Finale macht noch mal klar, dass die eigentlichen Sympathien des Films nicht bei seiner Titelfigur liegen.
So sind es dann auch Nate Hartley und Troy Gentile, die darstellerisch wirklich eine Bärenleistung erbringen, ihre Rollen wirklich famos verkörpern und ihm Gegensatz zu anderen Kinderdarstellern nicht nerven. Auch David Dorfman nervt nicht, spielt seine Rolle aber so freakig, dass er nicht an die anderen beiden heranreicht – was noch dadurch unterstützt wird, dass das Script seiner Rolle kaum Hintergrund gibt. Demgegenüber steht Owen Wilson, der sich solide aus der Affäre zieht, aber beweist, dass er nicht über den Appeal seiner Buddys Ben Stiller oder Will Ferrell verfügt. Außer Wilson (und dem Gastauftritt von Adam Baldwin) ist niemand mit bekanntem Namen dabei, wobei Alex Frost einen schön diabolischen Schulrowdy abgibt.

Ein endgültiges Urteil zu „Drillbit Taylor“ fällt schwer, da der Film sowohl dramaturgische Schwächen als auch humoristische Durstrecken besitzt, und trotzdem ob seiner Figurenzeichnung viel Charme versprüht, der einige Längen übertüncht. Kein großer Wurf, aber für wohlwollende 5,5 Punkte meinerseits reicht es dann.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "McClane" lesen? Oder ein anderes Review zu "Mann für alle Unfälle, Ein (2008)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von McClane

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

670 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Hereafter - Das Leben danach (2010)
Get the Gringo (2011)
Blade 2 (2002)
Shaolin - Warteliste des Todes (1979)
Letzte Haus links, Das (1972)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich