Land of the dead meets 28 days later
oder doch viel eher
Zombie: The Resurrection meets Zombie Night ???
Wer auch immer den Film in der Ofdb eingetragen hat, hat wohl unweigerlich die Genrekennzeichnung Amateur vergessen, denn so, auch wenn die Durchschnittswertung Taten spricht, erwartet man schon qualitativ höheres, auch wenn die verlogene und überhebliche Werbezeile "Mehr Zombies als in 28 Days later und Land of the dead zusammen" schon auf einen unbedarften C-Movieschnellschuss ohne Daseinsberechtigung schliessen lässt. Ohnehin sind solche Coverversprechungen, nicht nur hier, ein Indiz dafür, dass sich dahinter ein Haufen filmischer Müll verstecken könnte, der solch trügerische Publicity nötig, um überhaupt auf ihn aufmerksam zu werden. Sei es drum, und soviel sei dann auch zumindest mal gesagt, die Erwartungen an einen Amateurfilm, zwar der besseren Sorte werden weitesgehend erfüllt.
Eine Erzählstimme im Off will uns weissmachen, sowie auch die Coverrückseite, dass biologische Waffen der Armee Schuld an einer Zombieepidemie im dritten Weltkrieg waren. Von einem Krieg sehen wir freilich nichts, letztendlich doch bloss nur 4 Menschen an der Zahl, angeblicherweise die letzten Überlebenden einer 50 köpfigen auserwählten Gruppe von Politikern, die die Ehre hatten mit einem Flugzeug zu einem Atombunker für den letzten Schutz geflogen zu werden, bevor sie dann aber unerwartet im Dickicht eines Dschungels abstürzen. Schon alleine dort offenbart sich uns die vermeintliche Qualität des Filmes, denn rein optisch reissts hier keine Bäume aus, mitnichten, denn das Bild ist durchaus verwaschen, schwammig und unklar, wobei der mit diesem Werk debutierende Regisseur Brent Cousins allein schon beim Absturz des Flughzeugs und der Einführung seiner 4 Protagonisten null Feingefühl für Dramatik zeigt. Der erste Schock überwunden, denn The Rising dead könnte auch das amerikanische Zombie: The Resurrection sein, versucht man sich grundlegend damit anzufreunden, hier fortschreitend belanglose, aber im weiteren Verlauf ambitionierte Zombieeinheitskost im Wald & Wiesensplatterdeckmantel zu sehen bekommen. Milde gesagt fackelt Cousins nicht, seine Gruppe, darunter ein Anführer, der Auserwählte der die Gruppe führen soll, ein gehbehinderter Junge mit seiner Mutter, die ungefähr gleichalt aussieht, angeblich Sohn und Frau des Präsidenten und ein kleines Mädchen, mit den Zombies zu konfrontieren, denn der Rest der Flugzeugcrew wandelt alsbald als Zombies auf dem dort hiesigen verfallenen und zerbombten Militärgelände umher.
Dialog gibts dabei kaum, umso erfreulicher, erweist sich die Synchro, wie zu erwarten als peinlicher Akt, auch wenn die Erzählstimme, schon für den notwenidgen Endzeitgrusel sorgt. Grusel bereiten auch die Zombieattacken, aber in anderer Sichtweise, denn solch plumpes Billig - CGI und grauenvolle Schnitte, durften wir zuletzt in dem Bluthochdruckschnittgewitter Dead Men walking begutachten, wobei man sich hier doch noch durch recht gut abgefilmte Kulissen und Blickwinkel retten kann. Die zerstörten Basen, Lagerhallen, Häuser und Kirchen auf dem Gelände erfüllen dabei sicherlich ihren Zweck, dienen ansatzweise der Erfüllung des Zerfallsgefühls, aber dieser Fuppes mit dritter Weltkrieg ist schon weit dahergeholt. Wer sich an den deutschen Amateurfilm Zombie: The Resurrection erinnert, der ähnliche Thematik und Drehorte aufweist, weiss was ich meine. Nichtdestotrotz ist das Alles mehr als halbgar präsentiert, zwar kein Totalausfall wie eben genannter, denn Aufnahmen wie auf dem alten Friedhof und anschliessender Zombieattacke oder diverse andere Szenarien beweisen schon Anschübe von Atmosphäre, das Ganze kann aber nicht verstecken, wie dilletantisch und nichtssagend das Ganze drumherum ist.
Insgesamt bleibt der Regisseur recht distanziert, was die Einführung der Charaktere und das Tempo des Filmbeginns betrifft, fixiert sich die ganze Choose bloss auf das vermeintliche Suchen nach Unterschlupf. Symphatieträger gibts dabei kaum, Logik ohnehin nicht und Unterhaltung im Stile glaubwürdiger Untergangsstimmung ohnehin nicht, wobei 2 der 4 Protagonisten alsbald als belangloses Futter herhalten müssen und auch Kleinjenny, ich nenn sie mal einfach, Namen werden ja keine genannt, muss auch irgendwie ihr Schicksal finden. Doch der auserwählte Mannsheld Blake findet weibliche Begleitung, die zuvor ebenfalls ihre Freundin, wie wir später erfahren auch Blake's Frau, verlor.
Ab da an kann sich der Film nur steigern, denn treibend ist das Unterfangen, in Bedenken auf die Tatsache die einzigen Überlebenden zu sein ja schon, und rasch im Labyrinthsystems der Anlage angekommen, pocht die Spannung daher, wobei auch solangsam die Charaktere ihre Symphatien offenbaren konnten. Natürlich filmische Kunst, Innovation im Drehbuch geht anders, wobei hier Höhepunkte ohnehin aussen vor bleiben, aber zumindest weiss die Kulisse und die dort aufkeimenden Goreeffekte zu gefallen. Wohlgemerk, wenn man sich mittlerweile an die billige, doch irgendwo reizbare dreckige Optik und die miese Kameraführung gewöhnt hat. Das Wir- Gefühl der Beiden überwiegt hier gnadenlos, mit Schwert bewaffnet bietet er der Kleinen auch Schutz, wobei sie dann auch endlich nach schöner Explosion die technisch einwandfreie Bunkerstation erreichen. Bedenklich auf Day of the dead gemacht, tut sich das Ganze schon fast als Happy End mit notwendiger Dramatik auf, bis...
Fazit:
Durch und durch belangloser und amateurhafter Zombiefilm, der falsche Erwartungen weckt, zwar ambitioniert erscheint, aber einfach nur Massenware ist, vorallem aber optisch und in der Kameraführung allerletzte Grütze ist und nichtmal mit seinen Goreeffekten unterhalten kann. Das letzte Drittel steigert sich vehement, hat man sich an all die anderen Faktoren gewöhnt, doch auch irgendwie hat der Film diesen reizbaren minimalistischen Charme und auch einige Lichtblicke in Sachen dreckiger Atmosphäre sind dort nicht zu verleugnen. Irgendwo zwischen Zombie Night und Zombie: The Resurrection anzusiedeln, wobei das Endergebnis doch weitaus besser ausfällt. Trotzallem ein Film, der durchaus verärgern kann, aus filmischer Sicht "schlecht" ist und den man schnell vergisst.
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