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Larry Bishop ist eine Legende. Wer jetzt nicht sofort mit der Zunge schnalzt und wissentlich mit einem verklärten Glitzern in den Augen lächelt, gehört wohl zur Mehrheit der Filmfans. Ein gewisser Herr Quentin Tarantino, der wohl den meisten Filmfreunden ein Begriff ist und der breiten Masse viel mehr Legendenstatus innehat, ist aber genau dieser Meinung. Aufgrund der besonderen Vorliebe für Exploitationfilmchen der 70'er Jahre, ist auch Larry Bishop auf dem Radar von Tarantino. Und zwar aufgrund der Bikerfilmchen, wie „Die Grausamen Sieben“, „Engel ohne Ketten“ und vor allem „Die Teuflischen Acht“, in denen Bishop Ende der 60'er / Anfang der 70'er Jahre mitwirkte. Aufgrund dieser Filme durfte Bishop schon eine kleine Rolle in Tarantinos „Kill Bill Vol. 2“ übernehmen, doch damit nicht genug der Liebesdienste. Wenn Tarantino einen Narren an einem Filmschaffenden gefressen hat, dann aber auch richtig, bitte sehr! Auch schon Horror-Spezi Eli Roth hat von diesem Umstand profitiert (aber viel mehr daraus gemacht).

Tarantino wollte Bishop gleich einen neuen Bikerfilm im alten Stil ermöglichen und allein sein Beisein (und dem hilfreichen „Quentin Tarantino präsentiert...“ auf dem Filmplakat) verhalf dem Projekt „Hell Ride“ zu einer außergewöhnlichen Besetzung für einen dreckigen, kleinen und irgendwie auch überflüssigen Bikerfilm. So tummeln sich viele schauspielernde Tarantino-Buddies (Michael Madsen, David Carradine), immerhin recht bekannte B-Darsteller (z.B. Vinnie Jones) und wirkliche Legenden (Dennis Hopper aus dem wohl bekanntesten Biker-Film „Easy Rider“) vor der Kamera und blasen so ein konfuses, wie nichtssagendes Drehbuch zu viel mehr auf, als es eigentlich ist.

Die wirre Geschichte um rivalisierende Rockerbanden und einen brutalen Mord in der Vergangenheit soll hier mal im gleichen Maße übergangen werden, wie sie überflüssig ist. Was bleibt sind einige brutale Szenen (in Deutschland erscheint der Film nur in einer gekürzten Fassung), die namhaften Darsteller, denen man zum größten Teil (so man ihnen wohlgesonnen ist) einen besseren Film unter den Bikerhintern gewünscht hätte (dies gilt gerade für Dennis Hopper und den mittlerweile verstorbenen David Carradine), viele schöne Motorräder und ganz viel nackte Haut. Dass der alternde Rocker Bishop meist mit den wirklich bildhübschen und außerordentlich nackten Frauen posieren und kopulieren darf, hat den unangenehmen Duft nach Alt-Männer-Fantasie. Wer will nicht als 60-jähriger die ganze Zeit cool in die Kamera schauen, auf Motorrädern rumdüsen und mit nackten Megababes im Bett rummachen? Insofern wirkt das Treiben zwar befremdlich, aber auch aus Stelzbock-Sicht durchaus verständlich. Warum man sich dieses dann allerdings anschauen sollte, steht auf einem anderen Blatt. Wer auf heiße Mädels in freizügigen Posen aus ist, kann sich auch an einem Porno gütlich tun, da wird man entweder gar nicht mit einer Handlung belästigt, oder mit einer Story, die nicht wesentlich unter „Hell Ride“-Niveau liegen dürfte.

Jetzt war hier wesentlich öfter der Name Tarantino zu lesen, als Bishop. Und dies ist das vielleicht größte Problem von „Hell Ride“. Nichts an „Hell Ride“ rechtfertigt die Aufmerksamkeit, die dem Film geschenkt wird. Zwar ist die Besetzung überaus namhaft und ansehnlich, aber die kam so auch nur durch QT zustande. Die Mädels würden jedem Pornostreifen gut stehen, aber wer einen Bikerfilm sehen will, ist wohl auf etwas mehr aus. Jedwede Form von männlicher Erektion ist sowieso dahin, wenn man entweder versucht, der Handlung zu folgen, oder darüber nachdenkt, was Dennis Hopper, der immerhin in Filmen wie „Blue Velvet“ oder „True Romance“ mitwirkte, hier abliefert / abliefern muss. Ingesamt kann man nur sagen: schade, da wäre viel mehr drin gewesen. So gibt es hier noch wohlwollende (eher mehr aufgrund der Vielzahl wirklich toller Babes) 4 Punkte...

Fazit:

4 / 10

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