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Zauber von Malèna, Der (2000)

Eine Kritik von Violator (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 04.12.2004, seitdem 447 Mal gelesen


Die Story spielt in Sizilien zu Beginn des zweiten Weltkrieges. In dem Dorf Castelcutó wohnt eine Frau namens Maléna, die der gesamten männlichen Bevölkerung (ungewollt) mit ihrer Schönheit den Kopf verdreht, während die weiblichen Personen des Ortes sie hassen. Auch ein Junge namens Renato ist geradezu unsterblich in die schöne Frau verliebt. Doch anders als die anderen Männer bzw. Jungen ist er derjenige, den es wirklich interessiert, wie es ihr ergeht, der versucht, ihr zu helfen und sie vor den Verleumdungen der Bevölkerung zu beschützen. Doch das ist nicht so einfach, (er ist schließlich noch zu jung) vor allem dann nicht, als der Hass der Frauen auf Maléna, nachdem bekannt wird, dass ihr Mann im Krieg gefallen ist, sich immer mehr steigert.

Ein sehr emotioneller Film, der eine tragische Geschichte auf eine sehr einfühlsame Art und Weise erzählt und eine fast träumerische Atmosphäre erzeugt. In der ersten Hälfte des Filmes wird besonders stark auf die Phantasien und Tagträumereien des jungen Renato eingegangen, der sich immer wieder selbst mit Malena sieht und dabei auch schon mal in Hollywoodsphären schwelgt. Genauso wie die Schwärmereien der anderen Jungen ist das sogar recht amüsant bis lächerlich.

Im weiteren Verlauf wird der Film jedoch zunehmend ernster und durch die Verleumdungen der Bürger ist Malena aufgrund von Armut zunehmend gezwungen, sich den Männern anzubieten. Und das ist dann so etwas wie eine Bestätigung für die bösen Zungen, die ihr schließlich genau das von Anfang an anhängen wollten. Der unschöne Höhepunkt des ganzen ist erreicht, als die Frauen des Dorfes sich wie tollwütige Furien auf Malena stürzen und sie übel zurichten.

Wirklich gelungen stellt der Film die Umstände und Ansichten jener damaligen Zeitepoche dar, wo eine Frau wie eben Malena wohl einfach nicht in das Bild der Menschen passt. Allein durch ihre bloße Anwesenheit ruft sie sowohl Bewunderung und geradezu Besessenheit, als auch Neid und Hass hervor, ohne etwas dafür zu können.

Ein weiterer Pluspunkt ist die musikalische Untermahlung von Altmeister Ennio Morricone, der auch für die Musik von „Cinema Paradiso“ verantwortlich ist. Die Musik ist größtenteils sehr dezent eingesetzt und unterstützt die nachdenkliche und träumerische Atmosphäre sehr gut.

Zu den Schauspielern: Natürlich ist die Hauptdarstellerin Monica Bellucci der Dreh- und Angelpunkt des Films, sie verkörpert hier einfach das klassische Klischee von Schönheit und Erotik. Ich finde allerdings, dass Tornatore insgesamt den Bogen etwas überspannt hat, die Szenen sind zwar schön anzusehen aber einige davon dienen einfach nicht der Story. Auch der Darsteller des heranwachsenden Renato (Guiseppe Sulfaro) spielt seine Rolle gut und überzeugend.

Obwohl ich wirklich kein Fan dieser Art von Filmen bin hat mir dieser ganz gut gefallen. Tornatore hat einen Film geschaffen, der es schafft, den Zuschauer zu berühren (auch wenn er, wie erwähnt stellenweise leicht kitschig daherkommt.)

Die italienische Fassung soll übrigens noch etwas länger sein als die Fassung, die international (also auch in Deutschland) veröffentlicht wurde, wahrscheinlich ist in der Italo-Fassung noch mehr "Bellucci in Großaufnahme" zu sehen. Die deutsche DVD (Concorde Home Entertainment) bietet durchaus interessantes Zusatzmaterial u.a. Interviews, Biographien, Making of und Szenen vom Set.


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